Die IAA hat gezeigt: Elektromobilität ist keine Vision mehr, die Autos kommen jetzt auf die Straße. Bis Ende 2014 sind 16 elektrifizierte Serienmodelle „Made in Germany“ im Handel, als rein batterie-elektrisches Auto, als Plug-in-Hybrid, als Range-Extender. In Frankfurt war zudem zu sehen: Die E-Mobilität erstreckt sich über viele Segmente, vom Kleinwagen über die Kompaktklasse bis hin zu effizienten Sportwagen. Die steigende Modellanzahl wird der Elektromobilität einen weiteren Schub geben. Im Jahr 2014 könnten bereits einige Zehntausend Fahrzeuge zugelassen sein.

Allein in den nächsten drei bis vier Jahren investiert die deutsche Automobilindustrie zwölf Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe. Unsere Unternehmen gehen damit enorm in Vorleistung. Wir wollen die Chancen der Elektromobilität für den Standort Deutschland nutzen.

Wir sind davon überzeugt, dass in einem ersten Schritt die E-Mobilität vor allem im Firmenwagensegment ihr Potenzial ausspielen wird. Firmenwagen wechseln nach relativ kurzer Zeit in den Gebrauchtwagenmarkt und erweitern damit kontinuierlich den Bestand. Aufgrund ihrer geringen Nutzungskosten – drei bis vier Euro beträgt die „E-Tankrechung“ für 100 Kilometer – sind Modelle mit Elektroantrieb gerade auch für Firmenfuhrparks attraktiv. Mit dem Nachteilsausgleich wurde zudem eine wichtige Voraussetzung zur Marktdurchdringung geschaffen. Notwendig sind jetzt entsprechende Abschreibungsmöglichkeiten. Die Ladeinfrastruktur wird, davon bin ich überzeugt, mit steigender Nachfrage rasch wachsen.

Matthias Wissmann ist seit 2007 ist Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Der langjährige CDU-Politiker war von 1993 bis 1998 Bundesverkehrsminister.

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