Neue Mobilität
07.06.2019

Elektroroller-Sharing: Emmy will expandieren

Foto: Green City AG/Sina Scherer-Isen
Das Start-up Emmy verleiht Elektroroller wie diese E-Schwalbe.

Der Berliner Anbieter von Leih-E-Motorrollern will sein Angebot auf weitere Städte ausweiten. Geldgeber Green City sammelt für die Expansion bei Privatanlegern.

Sie sind knallorange und sausen nahezu geräuschlos durch die Straßen. Die E-Motorroller des Berliner Unternehmens Emmy erfreuen sich nach Firmenangaben einer wachsenden Nachfrage. Bisher sind die rund 2.000 Fahrzeuge nur in Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf unterwegs. „In den kommenden Monaten werden wir eine weitere europäische Metropole erschließen“, sagt Gründer Valerian Seither. Den Namen der Stadt will er noch nicht nennen. Auch weitere deutsche Städte stehen auf längere Sicht auf der Wunschliste. Dafür kommen jedoch nicht viele in Frage. Denn nach Einschätzung des Unternehmens muss eine geeignete Kommune derzeit noch wenigstens 500.000 Einwohner haben, damit der Leihbetrieb wirtschaftlich sein kann.

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Starkes Wachstum und ein harter Wettbewerb

Vier Jahre nach der Gründung verzeichnet Seither ein rasantes Wachstum bei der Nutzung seines Sharing-Angebots. 150.000 Kunden waren es demnach im vergangenen Jahr, 200.000 sind es heute. Der Trend hält seiner Einschätzung nach weiterhin an. „Wir glauben an die Zukunft der Mobilität, ohne ein Fahrzeug zu besitzen“, erläutert er. Dazu will Emmy selbst einiges beitragen. 2.000 neue Roller stehen auf der Wunschliste. Das Geld dafür geben private Investoren. Gerade erst sei eine weiter Finanzierungsrunde über „einen hohen, einstelligen Millionenbetrag“ abgeschlossen worden.

Kleinanleger können sich an Emmy beteiligen

Die nächste Runde leitet nun einer der Anteilseigner von Emmy ein, die Münchner Green City AG, die sich Investments in die erneuerbaren Energien und dem grünen Verkehrsumbau verschrieben hat. Nachdem Green City schon 1,2 Millionen Euro für den Emmy-Start in München einwerben konnte, sollen nun noch einmal 3,5 Millionen Euro zusammengebracht werden. Dafür wurde der Fonds „Green City Smart Mobility I“ eröffnet.

Kleinanleger könnten sich an diesen Genussscheinen mit Beträgen zwischen 1.000 Euro und 10.000 Euro beteiligten. Am Ende der fünfjährigen Laufzeit soll neben dem eingesetzten Kapital eine erfolgsabhängige Vergütung von 35 Prozent zurückgezahlt werden (Entspricht circa 7 Prozent pro Jahr). Laufen die Geschäfte besser als erwartet, ist auch noch ein Schnaps obendrauf drin.

Beträchtliches Risiko für Anleger

Green-City-Vorstand Jens Mühlhaus ist von den Wachstumschancen bei „Smart Vehicles“ überzeugt. „Uns steht eine Mobilitätsrevolution ins Haus. Studien gingen von einem Anstieg der weltweiten Nutzerzahlen von derzeit sieben Millionen auf 700 Millionen Kunden in den kommenden fünf Jahren aus. Für die Anleger geht mit den Chancen allerdings auch ein beträchtliches Risiko einher. Die Verzinsung ist genauso wenig garantiert wie die Rückzahlung des Einsatzes. Alles hängt vom Erfolg Emmys ab. Geschäftszahlen wie Umsatz und Überschuss will der Gründer nicht nennen.

Der Markt für Mobilitätsdienste ist hart umkämpft. Demnächst werden kapitalkräftige Konzerne die Städte mit Leih-Tretrollern fluten und den Leihradanbietern, Emmy oder auch Carsharing-Firmen Marktanteile streitig machen. „Es wird auf jeden Fall eng auf dem Mobilitätsmarkt“, ahnt Seither.

Lesen Sie auch: Dem Auto wird der Platz streitig gemacht

Wolfgang Mulke
Keywords:
E-Scooter | Elektroroller | E-Mobilität
Ressorts:
Markets

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