Studie
12.09.2013

Emissionshandel und CCS

depositphotos; Jörg Röse-Oberreich

Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt, wie eine globale Klimapolitik doch noch gelingen kann. Je länger die Staaten zögern, desto teurer wird es.

Das Umweltbundesamt (UBA) stellte heute in Berlin eine Studie zum globalen Klimaschutz vor. Die Autoren des beauftragten Potsdam-Insitituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigen darin, was mögliche Wege hin zum Zwei-Grad-Ziel kosten. Besonders konkret wurden die Wissenschaftler dabei jedoch nicht. Die Menschheit könnte das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung erreichen, wenn sie beim Wachstum des weltweiten Bruttosozialprodukts innerhalb von zehn Jahren auf ein bis zwei Prozentpunkte verzichten würde. 

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Voraussetzung dafür sei jedoch ein zügiges Handeln. „Es besteht kein Grund für eine Laissez Faire-Politik“, warnte UBA-Chef Jochen Flasbarth. Je länger man warte, desto teurer werde es, und auch die politischen Hürden würden steigen. Gelangen die Politiker etwa erst 2030 zu einem weltweiten Klimaabkommen, könnte das globale Wirtschaftswachstum um ganze sieben Prozentpunkte schrumpfen. Eine weitere Folge wären laut Studie drastisch steigende Energiepreise. Ein Plus von bis zu 80 Prozent sei möglich. 

Die Forscher des PIK haben für die weltweite Klimapolitik 285 Szenarien durchgespielt und unterschiedliche Techniken – Erdgas, Erneuerbare, Biomasse, CO2-Speicherung CCS oder Kernenergie – mit verschiedene Zielen und Eintrittszeiten eines globalen Klimaschutzregimes kombiniert. Die Frage war nicht, ob das Zwei-Grad-Ziel erreicht wird, sondern auf welchem Weg. Laut den Wissenschaftlern ist eine Erwärmung um 1,7 Grad schon jetzt unvermeidbar 

Emissionshandel und CCS

Für Ottmar Edenhofer, Vize-Direktor des Potsdam-Insititut für Klimafolgenforschung, ist ein Instrument unverzichtbar: „Wir brauchen den CO2-Handel als eine Art Einstiegsdroge für die Emissionssenkung“, sagt der Wissenschaftler. Für eine Tonne CO2 müssten mindestens 20 bis 50 Euro gezahlt werden. Aktuell liegt der Preis bei fünf Euro. Edenhofer betonte, Knappheit bestehe nicht an Ressourcen im Boden, sondern in der Atmosphäre.

Der Wissenschaftler hält die CCS-Technik, also das Abscheiden und Speichern von CO2 im Boden, für unverzichtbar.  Länder wie Indien, China oder die USA würden auch künftig massig Kohle verfeuern. Eine ausgereifte Technik für die unterirdische Speicherung gibt es derzeit jedoch nicht. „Durch einen stärkeren Emissionshandel müssen deswegen die Erwartungen der Investoren stabilisiert werden, damit die in CCS investieren“, sagt Edenhofer.

Beim UBA ist CCS hoch umstritten, die Speicherung von CO2-Emissionen aus der Biomasse hält Jochen Flasbarth jedoch für eine zu prüfende Alternative.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Jochen Flasbarth | Umweltbundesamt | CCS | Klimapolitik | Energiepolitik | Klimawandel | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Ressorts:
Governance | Technology

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