Führende Klimaökonomen nennen in einem von der Weltbank und der französischen Regierung unterstützten Report konkrete CO2-Mindestpreise, um die Klimaziele der Vereinten Nationen erreichen zu können. Der Preis für Kohlendioxid muss demnach im Jahr 2020 zwischen 40 und 80 US-Dollar erreichen, im Jahr 2030 sogar zwischen 50 und 100 US-Dollar. Zum Vergleich: Die CO2-Preise beim EU-weiten Emissionshandel dümpeln schon seit langem bei nur fünf Euro.

Der „Report of the High-Level-Kommission on Carbon Prices“ wurde am Montag im Rahmen des Think20 Summit in Berlin vorgestellt. Die Kommission besteht aus 13 Klimaökonomen aus aller Welt und wird von einer Doppelspitze geführt: US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Lord Nicholas Stern, der Autor des 2006 erschienenen Stern-Reports über die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels, der einen Paradigmenwechsel in den Industrieländern einleitete.  Auch der Berliner Ökonom Ottmar Edenhofer gehört der Kommission an. „Es ist eine dreckige Lüge, dass Emissionen aus fossilen Brennstoffen keine Kosten verursachen“, sagte Edenhofer anlässlich der Veröffentlichung des Reports. Er ergänzte: „Indem wir CO2-Emissionen mit einem Preisschild versehen, sagen wir endlich die Wahrheit.“

(Foto: Jens Bludau )