Windmarkt
27.06.2016

Enercon pachtet in Brasilien Land für 1.000 Megawatt Windkapazitäten

Foto: Wikipedia/jfz
Eine Enercon-Anlage im ostfriesischen Georgsfeld (Aurich) nahe dem Konzern-Hauptsitz.

Deutscher Turbinenhersteller will in „vielversprechenden Windmarkt“ investieren – vorausgesetzt, es lohnt sich.

 

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Deutschlands größter Turbinenhersteller sucht nach Wachstumsmöglichkeiten im brasilianischen Windmarkt. Dazu hat Enercons brasilianische Tochter Wobben Windpower rund 21.000 Hektar Land im Bundesstaat Piaui im windreichen Nordosten des Landes gepachtet, Platz genug für bis zu einem Gigawatt Windkapazitäten.

Auf der Fläche sollen Windmessmasten installiert werden, um „mögliche Windpotenziale für Kundenprojekte zu analysieren“, sagte ein Enercon-Sprecher auf Nachfrage von bizz energy. „Für die Region existieren keine aussagefähigen aktuellen Windgutachten.“ Solche Messungen dauern in der Regel mindestens ein Jahr.

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Nach Auswertung der Daten will Enercon über die Entwicklung neuer Parks in der Region entscheiden und dafür die Turbinen liefern. An den von der brasilianischen Regierung durchgeführten Auktionen für den Betrieb von Grünstromanlagen will Enercon allerdings nicht selbst teilnehmen. Auch will der Konzern keinen Strom am Spotmarkt anbieten.

Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Wobben seine Produktionskapazitäten in Brasilien ausbaut, die Aufträge aber zurückgehen. Wobben ist mit  knapp 1,2 Gigawatt installierter Windkapazität nach GE und Gamesa  nach eigenen Angaben der drittgrößte Windanlagenhersteller in Brasilien.

 

Windmarkt-Boom erwartet

Grundsätzlich gilt der Nordosten Brasiliens mit seinen stabilen Atlantikwinden als besonders geeigneter Windstandort. Nur Strom aus Wasserkraft ist in Brasilien noch günstiger, jedoch in der Bevölkerung zunehmend umstritten. 
Bis Ende 2019 soll die installierte Windkapazität von 9 Gigawatt im Jahr 2015 auf 18 Gigawatt wachsen. Für 2016 rechnet der brasilianische Windkraftverband Abeeólica mit einem Ausbau auf 11,6 Gigawatt.

In Brasilien werden Wind- und Solarprojekten schon seit 2009 per Ausschreibung vergeben. Das soll günstige Preise garantieren. Laut einem aktuellen Bericht des Global World Energy Council haben Ausschreibungen an guten Standorten in Brasilien, Mexiko, Peru und Ägypten außergewöhnlich niedrige Preise von mitunter nur vier Euro-Cent pro Kilowattstunde Strom ergeben. Kritiker monieren, dass damit nur noch große Konzerne zum Zuge kommen.

 

 

 

Jana Kugoth
Keywords:
Enercon | Brasilien | Windmarkt | Ausschreibungen
Ressorts:
Finance

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