Photovoltaik
21.10.2019

Energie Romande baut schwimmenden Alpen-Solarpark

Foto: Fiesch/CC
Hier noch ohne PV-Module: Der Stausee Lac des Toules im Schweizer Kanton Wallis.

Der Schweizer Energieversorger Energie Romande hat sein Pilotprojekt auf dem Stausee Lac des Toules gestartet. Es soll zeigen, ob sich der Einsatz schwimmender Solarmodule auf Stau- und Gebirgsseen lohnt.

Zwar existierten bereits vergleichbare schwimmende Solarparks auf dem Meer oder knapp über dem Meeresspiegel, erklärt Guillaume Fuchs: „Aber unserer ist der erste im alpinen Milieu.“ Und das soll Vorteile mit sich bringen. Laut Studien sei die Ausbeute in hohen Lagen um bis zu 50 Prozent höher als im Flachland. Dafür führt der verantwortliche Ingenieur des Schweizer Energieversorgers Energie Romande mehrere Gründe an: dünnere Luft, höhere UV-Einstrahlung sowie – im Winter – den Schnee. Der reflektiere das einfallende Sonnenlicht, so dass der Ertrag zusätzlich steige.

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Nützlich sei auch die niedrigere Temperatur. Die Module des schwimmenden Solarparks hätten dann eine höhere Effizienz. Zusätzliche Besonderheit: Es sind zweiseitige Module, das heißt, sie produzieren auch aus dem Licht Strom, das beispielsweise durch Reflexionen auf ihrer Rückseite landet.

See wird doppelt zur Stromerzeugung genutzt

Solarpark auf dem Stausee Lac des Toules
Fotomontage: Romande Energie
Die Lage am Lac des Toules im Schweizer Kanton Wallis, auf dem Weg zum großen Sankt Bernhard und weiter in die italienische Region Aosta, hat einen weiteren Vorteil: Der See ist Stausee. Die Infrastruktur um den erzeugten Strom abzutransportieren, ist bereits vorhanden, ebenso eine freie Fläche sowie Zufahrtswege. Der See wird daher doppelt zur Stromerzeugung genutzt.

Zahlreiche Helikopterflüge waren erforderlich, um die Module an ihren Platz zu bringen. Bis Ende Oktober sollen insgesamt 36 Plattformen mit Solarmodulen auf dem See platziert werden. Der Solarpark hat dann eine Fläche von 2240 Quadratmetern. „Wir produzieren hier 800.000 Kilowattstunden Strom pro Tag, das entspricht dem Bedarf von 227 Haushalten“, erläutert Projektmanager Etienne Roy.

Energieversorger hat weitere Seen identifiziert

2,4 Millionen Schweizer Franken kostet das Projekt. Das Schweizer Bundesamt für Energie unterstützt die Anlage finanziell. Sollte sie die Erwartungen der Betreiber erfüllen, will Romande Energie das Konzept erweitern. Von 64.000 Quadratmetern ist die Rede und einer Produktion von 22 Gigawattstunden (Gwh) pro Jahr. Die Investitionskosten sollen bei rund 50 Millionen Schweizer Franken liegen, umgerechnet rund 45 Millionen Euro.

Der Energieversorger hat bereits weitere Seen identifiziert, auf denen eine Installation interessant sein könnte. Allerdings dürfte er bei dem einen oder anderen auf Widerstand von Landschafts- und Umweltschützern stoßen. Die haben lediglich beim Lac des Toules keine Probleme gesehen.

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Jochen Bettzieche
Keywords:
Solarpark | Photovoltaik
Ressorts:
Technology | Markets

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