Studie
20.04.2015

Energieeffizienz: Deutschlands Fortschritt lahmt

Im Bereich Energieeffizienz erzielte Deutschland in den vergangenen zwölf Jahren im europaweiten Vergleich nur wenige Fortschritte, lautet das Ergebnis einer heute in Berlin vorgestellten Studie des Fraunhofer Instituts.

 

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Unter den 28 europäischen Mitgliedsstaaten plus Norwegen belegt Deutschland bei den Fortschritten im Bereich Energieeffizienz nur den 18. der insgesamt 29 Plätze. Das ist das Ergebnis einer heute in Berlin vom europäischen Energieeffizienzbündis "Coalition for Energy Saving" und vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) vorgestellten Studie. 

Das Fraunhofer ISI hat einen Effizienz-Indikator aufgelegt, in dem die Ergebnisse aus verschiedenen Sektoren zusammengefasst werden, ähnlich einem „Dow Jones“ der Energieeffizienz. „Deutschland steht im Haushaltssektor auf Platz 14, im verarbeitenden Gewerbe auf Platz 24 und in Transportsektor auf Platz 5“, sagt Wolfgang Eichhammer vom Fraunhofer ISI. Insgesamt ergebe sich im europäischen Vergleich für Deutschland ein Wert von 1,34 Prozent an jährlichen Effizienzgewinnen und damit der 18. Platz. Um die Ziele der deutschen Energiewende zu erreichen, wäre ein Fortschritt von zwei Prozent notwenig, so die Verfasser der Studie. 

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Auf den Spitzenplätzen stehen die osteuropäischen Staaten Lettland (Platz 1), Polen (Platz 2) und Rumänien (Platz 3). Deren Fortschritte seien jedoch vor allem auf das niedrige Ausgangsniveau bei der Energieeffizienz zurückzuführen, erklärt Eichhammer. Jedoch schnitten auch mit Deutschland vergleichbare Staaten, wie beispielsweise Norwegen, besser ab (Platz 7). 

Insgesamt ist Deutschland beim Niveau der Energieeffizienz gut aufgestellt und belegt nach Malta, dem Vereinigten Königreich und Litauen den vierten Platz. Die in Deutschland ergriffenen politischen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz schneiden ebenfalls gut ab. Hinter Bulgarien und Kroatien belegt die Bundesrepublik bei der Betrachtung der vergangenen rund 15 Jahren den dritten Platz.  

Im Dezember 2014 hatte die Bundesregierung unter der Federführung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) vorgelegt. Darin sind Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz geregelt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Gebäudebereich, auf den etwa 40 Prozent der nationalen CO2-Emissionen entfallen. Die im NAPE vorgesehene steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen war zuletzt Ende Februar am Widerstand der Länder gescheitert.

 

 

Jana Kugoth
Keywords:
Energieeffizienz | NAPE | Fraunhofer ISI | EU | Deneff | Coalition for Energy Savings | Studie
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