Blockchain
12.12.2018

Stromhungrige Bitcoin-Miner landen auf dem Müll

Foto: iStock
ASIC-Rechner sind auf das Schürfen von Krytowährungen spezialisiert. Etwas anderes können Sie nicht.

Weniger Energieverbrauch, mehr Elektroschrott: Der jüngste Kurssturz von Bitcoin ist zwar gut fürs Klima, aber schlecht für die Umwelt. Die Politik sollte handeln. Ein Gastbeitrag von Fabian Reetz.

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Mehr Rateversuche pro Sekunde erhöhen die Chance darauf, das Passwort zu finden und die Konkurrenz auszustechen. Deshalb wird Bitcoin mittlerweile nur noch mit Spezialcomputern erzeugt. Die sogenannten Application Specific Integrated Circuits (ASIC) sind ausschließlich auf das Schürfen von Bitcoin optimiert – etwas anderes können sie nicht. In riesigen Lagerhäusern auf der ganzen Welt werden Hunderttausende dieser ASICs betrieben und konkurrieren mithilfe ihrer Hashpower um die zu verdienenen Bitcoin. Normale Computer haben keine Chance gegen die übermächtigen Konkurrenten.

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Auch der Markt um die ASICs ist heiß umkämpft: Fast wöchentlich stellen zumeist chinesische Firmen neue Modelle vor, die noch mehr Hashes berechnen können. Wer auch langfristig konkurrenzfähig bleiben will, muss seinen Maschinenpark ständig erneuern. Die meisten ASICs werden daher kaum mehr als ein Jahr genutzt. Angesichts des niedrigen Bitcoin-Kurses lohnt sich ihr Betrieb immer weniger. Viele der Rechner landen auf dem Schrott.

Begrenzter Handlungsspielraum

Der Proof of Work Mechanismus, den auch viele andere Blockchains nutzen, ist Dreh- und Angelpunkt dieser Probleme. Politisch ist das Thema schwer direkt zu adressieren, weil es bei Bitcoin keine zentrale Stelle gibt, an die man sich wenden oder gegen die Sanktionen verhängt werden könnten. Einfluss nehmen kann die Politik aber sehr wohl.

Eine klare Abkehr von PoW, die Förderung von energieeffizienten Alternativen wie Proof of Stake oder gar das Verbot von Mining. Das wären starke Signale aus einem Industrieland wie Deutschland. Und es wäre die Chance, die derzeit in Arbeit befindliche nationale Blockchain-Strategie in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu bringen.

Foto: Privat
Fabian Reetz leitet den Bereich digitale Energiewende beim Berliner Think-Tank Stiftung Neue Verantwortung. Hier beschäftigt er sich mit den Fragen, wie Digitalisierung und der technologische Wandel genutzt werden können, um die Energiewende voran zu treiben, und wie die Veränderungen politisch gestaltet werden können. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien in Berlin und Sydney und ist Experte für Energiewirtschaft, Smart Grids, Blockchain und Elektromobilität.

Lesen Sie auch: Krypto-Schürfer Northern Bitcoin erwartet Verteilungskampf um Strom

Fabian Reetz
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Keywords:
Blockchain | Bitcoin
Ressorts:
Technology

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