Studie
28.02.2014

Energiekonzerne haben Zeichen der Zeit verschlafen

depositphotos

Die Umweltorganisation Greenpeace zeigt in einer neuen Kurzstudie die vermeintlich falschen Investitionsentscheidungen großer Energiekonzerne wie RWE, Vattenfall oder Eon. Diese hätten mit dem Bau neuer fossiler Kraftwerke die Zeichen der Zeit auf dem Energiemarkt nicht erkannt.

In einer neuen Kurzstudie nennt die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Versäumnisse der Energiekonzerne wie Frankreichs EDF, Düsseldorfs Eon oder Spaniens Iberdrola. Die zehn größten europäischen  Energieriesen hätten zwar zwischen 2002 und 2012 ihre Umsätze verdoppeln können. Trotzdem halbierte sich seit 2008 der Aktienwert der zehn größten Versorger laut Greenpeace-Studie von damals einer Billion Euro.

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Die Gründe liegen für die Greenpeace-Autoren auf der Hand: Die Erträge aus der einstigen „Goldmine“, dem Stromverkauf, schrumpfen seit Jahren. Zwar produzierten die zehn größten Energieunternehmen immer noch über die Hälfte des europäischen Stroms. Die Chance, sich rechtzeitig auf die ändernden Marktbedingungen einzustellen, hätten die Konzerne nicht genutzt. Nur vier Prozent des Stroms kommen dort aus Solar- und Windkraft. Trotz Energiewende kämen der deutsche Versorger RWE auf einen Ökostromanteil von gerade mal 5,5 Prozent, Eon und EnBW immerhin auf 12,2 Prozent, wobei vor allem beim süddeutschen Versorger ein Großteil aus der Wasserkraft stammt. 

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Gnadenfrist verstrichen

Mit dem Atomausstieg, der Deregulierung des Marktes oder der Förderung erneuerbarer Energien habe sich das Marktumfeld stark verändert: „Große europäische Versorger hatten eine lange Gnadenfrist, um sich auf die Herausforderungen vor ihnen vorzubereiten“, schreiben die Autoren der Studie. 

Doch anstatt die reichlichen Kapitalressourcen etwa in neue Geschäftsmodelle zu investieren, hätten die Konzerne in fossile Kraftwerkskapazitäten überinvestiert. Im vergangenen Jahrzehnt seien trotz sinkender Stromnachfrage Anlagen mit einer Leistung von 85 Gigawatt in Europa dazugekommen. 

 

 

Daniel Seeger
Keywords:
Eon | Greenpeace | RWE | Vattenfall | EnBW
Ressorts:
Markets

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