Windmarkt
13.12.2016

Energieriesen steigen bei Kite Power Solutions ein

Foto: PR
Windstrom mit Drachen anstatt aus Windrädern.

Eon, Schlumberger und Royal Dutch Shell schütten knapp sechs Millionen Euro an das britische Winddrachen Start-up aus.

 

Anzeige

Das britische Start-up hat knapp sechs Millionen Euro vom deutschen Energieriesen Eon, dem Ölfeld-Ausrüster Schlumberger und der Venture-Capital-Tochter des niederländischen Ölriesen Royal Dutch Shell eingesammelt. Die Finanzspritze ist nicht die erste für das 2011 gegründete Unternehmen. Shell, die britische Regierung und andere private Investoren haben in den vergangenen Jahren bereits 1,2 Millionen Euro an Kite Power Solutions gegeben. 

Mit dem frischen Geld will das Unternehmen seine erste alltagstaugliche Onshore-Testanlage mit 500 Kilowatt finanzieren. Sie soll 2017 im Südwesten Schottlands in Betrieb genommen werden. Weitere Anlagen sollen in den kommenden drei Jahren folgen. Außerdem ist eine drei Megawatt-Anlage auf hoher See in Planung. 

Anzeige

 

Drachen statt Rotorblätter

Kite Power Solutions setzt mit seinen Winddrachen auf das Prinzip des Kitesurfings, daher der Name. Statt eines Windrads kommt eine Mischung aus einem Drachensegel und einem Ballon zum Einsatz. Diese nutzen in Höhen bis zu 450 Metern den Wind zur Stromerzeugung. Die Drachen schweben in einer Achterformation durch die Luft und treiben dadurch auf dem Boden stehende oder auf der Wasseroberfläche schwimmende Generatoren zur Stromerzeugung an. Immer zwei Drachen sind dabei für einen Generator zuständig. Besonders attraktiv sind die Anlagen nach Angaben des Unternehmens aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Kosten für Bau, Installation und Wartung. Außerdem ließen sie sich auch in Gebieten installieren, die sonst schwer zugänglich sind.

Geert van de Wouw, Chef des Shell Technology Venture Fonds, gibt sich euphorisch. Er sieht in der Technologie einen „Game Changer“ für die Erneuerbaren-Branche, zitiert ihn die Financial Times. „Konventionelle Windräder sind weniger effizient, da sie viel Stahl benötigen, obwohl eigentlich nur die Rotor-Blätter wirklich Energie produzieren“, ergänzt er.

Allerdings existiert das Konzept schon seit vielen Jahren. Bislang sind keine kommerziellen Anlagen gebaut. Auch der 2010 in Berlin gegründete deutsche Konkurrent Enerkite ist bis heute über den Testbetrieb nicht hinaus gekommen. Das Team um Luftfahrtingenieur Alexander Bormann hat jedoch für 2017 seinen Markteintritt angekündigt. 

Jana Kugoth
Keywords:
Windstrom | Enerkite | Kite Power Solutions | Winddrachen
Ressorts:
Finance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen