Autobauer sollen ab 2025 eine Mindestquote beim Verkauf ihrer Fahrzeuge erfüllen. Das verlangt der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) in seiner noch unveröffentlichten Stellungnahme zum Klimaschutzplan 2050. Demnach soll ab Mitte des kommenden Jahrzehnts mindestens jedes siebte in Europa verkaufte Auto elektrisch fahren.

„Wir brauchen eine Mindestquote für Elektroautos, damit die Energiewende auch im Verkehrssektor Fuß fasst“, fordert BNE-Geschäftsführer Robert Busch. „Mit der Mindestquote würde der Druck auf die Hersteller erhöht, ihre Ankündigungen beim Ausbau der Elektromobilität auch tatsächlich in die Tat umzusetzen.“

Bis Freitag können die Verbände ihre Stellungnahmen zum aktuellen Entwurf für den Klimaschutzplan von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) abgeben. Derzeit befindet sich der Plan in der Ressortabstimmung der Bundesregierung. Der ursprüngliche Entwurf von Hendricks war auf Druck anderer Ministerien bereits verändert worden. Bei Umwelt- und Klimaschützern steht er in der Kritik.

Sie kritisieren, der Text setze weder ehrgeizige Ziele noch sehe er starke Maßnahmen vor.

Noch vor der nächsten Weltklimakonferenz in Marrakesch im November will die Bundesregierung den Klimaschutzplan verabschieden, kündigte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Rita Schwarzelühr-Sutter am Dienstag bei einer Veranstaltung im Auswärtigen Amt in Berlin an. Damit würde Deutschland als eines der ersten Länder einen konkreten Fahrplan für die vorgegebenen Emissionsreduktionszziele vorlegen.

In Paris hatte sich die internationale Staatengemeinschaft im Dezember 2015 erstmals auf ein gemeinsames Klimaschutzziel geeinigt. Demnach soll die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzt, und dazu die Wirtschaft bis Mitte des Jahrhunderts vollständig dekarbonisiert werden.

 

Grüne: Aus für Verbrenner ab 2030

Um die vorgeschriebenen Emissionsziele zu erreichen, muss auch der Verkehr seinen Beitrag leisten. Fortschritte gibt es hierzulande bislang allerdings kaum, im Gegenteil. Unterm Strich ist der Anteil erneuerbarer Energien laut einer aktuellen Studie in diesem Bereich im ersten Halbjahr 2016 sogar von 5,6 auf 5,4 Prozent gesunken. 

Wie am heutigen Donnerstag bekannt wurde, fordern die Grünen deshalb einen radikaleren Schritt. Autos mit Benzin- und Verbrennungsmotor sollen ab 2030 gar nicht mehr zugelassen werden. Das geht aus in einem Antrag der Öko-Partei hervor, der im November auf dem Bundesparteitag vorgestellt werden soll. Diesel- und Benzinmotoren stellen nach Ansicht der Grünen eine der „größten Bedrohungen für Klima und menschliche Gesundheit dar“, zitiert die Deutsche Presseagentur (dpa) aus dem Papier. Die deutschen Autohersteller hätten sich mit dem Festhalten am Verbrennungsmotor in eine Sackgasse manövriert, andere Autobauer aus China, Japan und den USA hätten einen großen Vorsprung bei dem Bau von Elektromobilen. Den Diesel-Skandal als solle die Autoindustrie als „Weckruf“ verstehen und schneller auf die E-Mobilität umschalten.

Ab 2025 sollen 15 Prozent aller verkauften Autos in Europa Strom tanken, fordert BNE-Geschäftsführer Robert Busch. (Foto: istockphotos.com/neonmaciej)