Bilanzzahlen
13.08.2013

Eon blickt ins Ausland

Christian Schlüter/Eon
Eon-Hauptversammlung im Mai 2013 in der Essener Grugahalle.

Dem Düsseldorfer Energiekonzern machen der Atomausstieg und die geringe Auslastung seiner Gaskraftwerke zu schaffen. In der Bilanz bricht der nachhaltige Gewinn um 42 Prozent auf unter zwei Milliarden Euro ein. Wachsen will der Konzern nun vor allem außerhalb Deutschlands.

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon erreichte im ersten Halbjahr 2013 mit einem Umsatz von knapp 65 Milliarden Euro in etwa das Niveau aus dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abgaben (EBITDA) lag mit 5,7 Milliarden Euro 15 Prozent unter dem Wert von 2012. Der nachhaltige Konzernüberschuss sank unter anderem wegen einer höheren Steuerquote um 42 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. „Wir gehen durch eine sehr mühsame Transfomation des Unternehmens“, erklärte Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen am Dienstag.

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Eon leidet ähnlich wie die Konkurrenten RWE, EnBW und Vattenfall unter der geringen Auslastung seiner Gaskraftwerke sowie unter den niedrigen Großhandelspreisen für Strom. Beides sind Folgen des Ausbaus erneuerbarer Energien sowie der Wirtschaftskrise in Europa. Das Sparprogramm Eon 2.0 konnte den Abwärtstrend in den Bilanzen bisher kaum stoppen. 

Als Reaktion will Konzernchef Teyssen europaweit Kraftwerke mit einer Leistung von 11.000 Megawatt stilllegen. „In diesem Rahmen sind wir schon entschieden, es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eher mehr als weniger“, erklärte Teyssen nun. Den Anfang machte bereits das hochmoderne Gaskraftwerk Malzenice in der Slowakei. 

Eon investiert in der Türkei 

Geld verdienen will Eon künftig im Ausland. In Russland, Brasilien und der Türkei schreitet der Markteintritt scheinbar zügig voran. Das Joint-Venture Enerjisa, für das sich Eon mit dem türkischen Versorger Sabancı zusammengeschlossen hat, versorgt dort bereits ein Gebiet mit 20 Millionen Einwohnern. Auf dem für das Unternehmen nach eigenen Angaben sehr wichtigen Markt investiert der Energieversorger Millionensummen. Aktuell entsteht im Nordwesten der Türkei ein neues Gaskraftwerk mit 600 Megawatt Leistung.

Insgesamt investierte Eon im ersten Halbjahr 4,5 Milliarden Euro. Beträchtliche Summen flossen dabei in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Erst im Juli ging der weltweit größte Offshore-Windpark London Array in Betrieb, in der deutschen Nordsee hat der Bau von Amrumbank West begonnen. Insgesamt haben die Düsseldorfer fast elf Gigawatt aus erneuerbaren Energien am Netz. 

Schuldenlast sinkt

Trotz der hohen Investitionen konnte Eon die Schuldenlast von knapp 36 Milliarden Euro Ende 2012 auf nun 33,3 Milliarden Euro senken. Ein wesentlicher Grund dafür waren hohe Desinvestitionserlöse. Ausgerechnet auf dem Heimatmarkt setzt sich der Ausverkauf fort. Nach den Töchtern Eon Thüringen Energie und Eon Westfalen Weser plant die Konzernzentrale bis zum Jahreswechsel auch Eon Mitte abzutreten. Künftig möchte sich der Düsseldorfer Energieversorger nur noch auf vier Regionalversorger konzentrieren. 

Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Eon mit einem EBITDA von 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro. Als nachhaltiger Konzernüberschuss sollen am Ende zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro in den Bilanzen stehen, nach 4,2 Milliarden Euro im Vorjahr. 

 

 

Daniel Seeger
Keywords:
Eon | Atomausstieg | Johannes Teyssen
Ressorts:
Markets

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