Der Energiekonzern erprobt Smart Meters in vier Pilotprojekten auf den Inseln Fehmarn und Rügen, in Niederbayern und in Sachsen-Anhalt. Dort hat Eon rund 1000 der intelligenten Stromzähler eingebaut, die helfen sollen, Verbräuche besser auf das Stromangebot aus erneuerbaren Energien abzustimmen. Mehr als 80 Prozent der betroffenen Kunden hätten „sehr positiv“ oder „überwiegend positiv“ auf die Montage der Geräte reagiert, teilt das Unternehmen mit. Genauere Angaben zu seiner Umfrage macht Eon nicht.

Smart Meters sollen in den kommenden Jahren massenhaft in Haushalten und Betrieben installiert werden. Sie ermöglichen den Netzbetreibern, Verbrauchsverhalten präzise in Echtzeit zu analysieren und den Strom anhand der Daten effizienter zu steuern.

Zweifel am Mehrwert für Kunden

Eine der großen Unbekannten in diesem Szenario ist die Akzeptanz – oder Skepsis –  der Kunden. In manchen Pilotprojekten willigen längst nicht alle Strombezieher ein, ihre Verbrauchsdaten zentral auswerten zu lassen. Grund für die Ablehnung ist häufig die Sorge um den Datenschutz. Einige Hausbewohner stören sich bereits an der digitalen Anzeige der neuen Geräte im Keller. Sie fürchten, Nachbarn könnten Rückschlüsse auf ihren Lebenswandel ziehen.

Verbraucherschützer fordern deshalb Wahlfreiheit. Es könne nicht sein, dass man einfach zum Einbau der Geräte „verdonnert“ werde, wetterte schon vor einem Jahr der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller. Nach VZBV-Angaben empfinden viele Stromkunden die Zähler als teuer und sehen darin keinen Mehrwert.

Zulassung der Geräte verzögert sich

Die zweite große Unbekannte ist die Sicherheit der Smart Meters selbst: In Pilotprojekten werden zwar bereits weit entwickelte, fernauslesbare Geräte eingesetzt. Die für den „Rollout“, den massenhaften Einbau vorgesehenen „intelligenten Messsysteme“ sind aber noch nicht zugelassen. Neun Hersteller haben ihre Modelle beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingereicht. Doch keiner hat bisher die BSI-Tests bestanden und das Zertifikat für den Betrieb erhalten. (Lesen Sie auch: Holland hängt Deutschland mit "fairen" Smart Meters ab)

Das BSI verlangt von den Herstellern und den Betreibern der Geräte vor allem lückenlosen Datenschutz, damit niemand sich unbefugt Einblick in das Verbrauchsverhalten der Stromkunden verschaffen kann.

In der Winter-Ausgabe des Magazins bizz energy berichten wir, warum der Smart-Meter-Rollout sich weiter verzögert und wie einzelne Netzbetreiber auf eigene Faust starten. Das Heft ist ab dem 14. Dezember im gut sortierten Zeitschriftenhandel, bei unserem Abonnentenservice (Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und ab sofort als E-Paper im iKiosk erhältlich.

Smart Meter Gateway: Der "Rollout", der massenhafte Einbau solcher Geräte lässt auf sich warten. (Foto: Creative Commons/Pichiciago)