Großbritannien ist für Eon einer der wichtigsten Auslandsmärkte, kein anderer deutscher Versorger ist im Königreich so stark engagiert. Eon machte auf der Insel im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9,5 Milliarden Euro und der operative Gewinn (EBITDA) von 384 Millionen Euro trug immerhin fünf Prozent zum Konzernergebnis bei.

Umso überraschender ist, dass Eon-Chef Johannes Teyssen einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union eher gelassen sieht. „Wie viele bin ich nicht kurzfristig um mein Unternehmen besorgt. Wir haben ein sehr lokales Geschäft“, sagte Teyssen im ZDF.

 

Gewerkschaft: Energiekosten gehen durch die Decke

Ein EU-Austritt wird sich dem Eon-Chef zufolge allenfalls langfristig auswirken: „Ich mache mir aber Sorgen um unsere acht Millionen britischen Kunden – Industrie und Privathaushalte. Sie werden Wohlstand verlieren.“

Die britische Gewerkschaft Unison erwartet stark steigende Energierechnungen im Fall eines Brexits. Gewerkschafts-Chef Dave Prentis sagte laut der britischen Tageszeitung The Daily Mirror: „Wenn wir die EU verlassen, werden finanziell unter Druck stehende Familien kein Geld sparen. Ganz im Gegenteil: Die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen werden aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Decke gehen!“ 

"Sehr lokales Geschäft": die britische Zentrale von Eon (Foto: Eon)