Venture Capital
18.09.2014

Eon steigt bei zwei weiteren Start-ups ein

Der Düsseldorfer Versorger Eon baut seine Venture-Capital-Aktivitäten aus, in gleich zwei neue Start-ups aus dem Bereich Smart Home und Wärmeversorgung ist das Unternehmen eingestiegen. Laut neuem Branchenkompass wächst die Bedeutung von Energiedatenmanagement - den Versorgern droht neue, starke Konkurrenz.

In San Francisco ist das Unternehmen nun in das Start-up Leeo eingestiegen, das Smart-Home-Lösungen entwickelt. In Deutschland investiert Eon in das Berliner Start-up Thermondo, dem es um eine effiziente und umweltschonende Wärmeversorgung für Hauseigentümer geht. „Wir sind davon überzeugt, dass IT-gestützten Energiedienstleistungen die Zukunft gehört.“, sagt Philipp Pausder, Co-Gründer und Geschäftsführer von Thermondo.

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Eon hat sich bisher an zehn Start-ups in den USA und Europa beteiligt sowie Anfang September auch ein Büro in San Francisco eröffnet, um als Investor direkt im Silicon Valley aktiv zu sein. Mit Aktivitäten wie diesen möchten sich klassische Versorger für den kommenden Energiemarkt in Position bringen. Wie der neue „Branchenkompass 2014“ vom Hamburger Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut aktuell festhält, wird Datenverarbeitung zur Kernkompetenz in der Branche.

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Laut der Umfrage unter den Versorgern können demnach neben Telekommunikationsanbieter neue, spezialisierte Messdienstleister künftig Marktanteile gewinnen. Über zwei Drittel der befragten Energieunternehmen sehen von dieser Seite eine starke Konkurrenz für ihr Geschäft, mehr als von erneuerbaren Energien (56 Prozent) oder von Eigenerzeugern in der Industrie (ebenfalls 56 Prozent). Trotzdem wollen laut Umfrage nur die Hälfte der Unternehmen in Energiedatenmanagement investieren. „Zwar ist sich die Mehrheit der Versorger über die zukünftigen Wettbewerber im Klaren. Aber nicht alle besitzen die Ressourcen, um dagegen steuern zu können“, so Norbert Neumann, Senior Executive Manager bei Steria Mummert Consulting.

Internetunternehmen wie Google oder Amazon könnten demnach Energieversorgern künftig den direkten Kundenkontakt streitig machen. So hat Google zum Beispiel Anfang 2014 den Thermostathersteller Nest übernommen. Auch Apple plant den Markteintritt im Bereich Smart Home. Für 43 Prozent der befragten Energieversorger stellen dementsprechend die Internetunternehmen in Zukunft einen ernsthaften Wettbewerb dar, über ein Drittel befürchtet dies bei IT-Unternehmen. Für den Branchenkompass befragedas Marktforschungsinstitut Forsa im März und April Entscheider aus hundert Energieversorgungsunternehmen Deutschlands zu den Branchentrends sowie zu Strategien und Investitionszielen bis 2016. 

 
 

 

Daniel Seeger
Keywords:
Eon | Smart Home | Leeo | Thermondo | Apple | Google | Amazon
Ressorts:
Technology | Markets

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