Das geht aus einer heute veröffentlichten Mitteilung des Düsseldorfer Energieversorgers hervor. 

Grund sei die „mangelnde Perspektive für einen wirtschaftlichen Betrieb nach dem Auslaufen der aktuellen vertraglichen Regelung mit dem Netzbetreiber im März kommenden Jahres.“
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Gaskraftwerk im April 2016 tatsächlich stillgelegt wird. Denn Irsching gilt als „systemrelevant“, sodass die Bundesnetzagentur die Abschaltung untersagen kann. Seit 2011 hat die Behörde noch keinem Kraftwerk in der Region die Abschaltung erlaubt.

Schon 2013 hatte Eon gemeinsam mit den kommunalen Miteigentümern angekündigt, Irsching stillzulegen. Da die Stromversorgung im Süden der Bundesrepublik jedoch auf wackeligen Beinen steht, genießt das Kraftwerk Sonderkonditionen. Tennet hat den Energieriesen dazu verpflichtet, bis zum Ende des Vertrags am 31. März 2016 Irsching als Reserve vorzuhalten. Dafür zahlt der Netzbetreiber Schätzungen zufolge bis zu 80 Millionen Euro an Eon. 

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz wird Wind- und Sonnenstrom in Deutschland bevorzugt in das Stromnetz eingespeist. Seitdem hierzulande immer mehr PV-Anlagen und Windräder stehen, kommt das erst 2010 fertiggestellte Kraftwerk Irsching nur noch selten zum Zug und beschert Eon hohe Verluste. 

Um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, ist der Süden Deutschlands auf sogenannte Reservekraftwerke angewiesen, die in Zeiten von Bewölkung und Flaute die Stromversorgung sicherstellen. Zumindest so lange der grüne Strom aus dem windreichen Norden noch nicht in den Süden fließt. Demnach befindet sich Teyssen in einer guten Verhandlungsposition, um weitere Subventionen für das Gaskraftwerk zu erhalten.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat bereits klar gestellt, dass er Eon diese Hintertür kein weiteres Mal offen halten will: „Irsching ist auch ein Beispiel dafür, dass in den letzten Jahren die unterschiedlichen Stränge der Energiewende nicht miteinander verbunden wurden, sondern dass man versucht hat, durch Sonderlösungen irgendwie über die Runden zu kommen“, sagte der Wirtschaftsminister gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.