Der Düsseldorfer Eon-Konzern einigte sich mit dem kanadischen Flüssiggas-Spezialisten Pieridae Energy auf die Lieferung von jährlich fünf Milliarden Tonnen Flüssiggas (LNG) ab 2020. Das sind rund sieben Prozent des jährlichen Gasbedarfs in Deutschland. Über den genauen Wert des Geschäfts machten die Unternehmen keine Angaben. „Fest steht, dass sich die Preise an den europäischen Hub-Märkten orientieren werden“, verriet ein Eon-Sprecher auf Anfrage von BIZZ energy today, betonte aber, auf die laufenden Verhandlungen mit Gazprom habe die Vereinbarung keine Auswirkung.

Erfreut dürfte der russische Gasgigant trotzdem nicht sein. Gazproms Marktanteil ging in Europa in den vergangenen Jahren auf deutlich unter 30 Prozent zurück. Allein 2012 verkaufte der Konzern sieben Prozent weniger Gas an europäische Staaten.

Gazprom unter Druck

Durch immer neue Bezugsquellen, zum Beispiel aus Katar oder dem östlichen Mittelmeerraum, wächst das Angebot für europäische Gasversorger wie Eon, RWE oder Österreichs OMV. Allzu gern nutzen die ihre Chance zur Diversifizierung, Gazproms Ölpreisbindung gerät so immer stärker unter Druck. Der Chef der Eon-Gassparte bezeichnete die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis kürzlich gegenüber BIZZ  energy today als Auslaufmodell.

Durch die gestiegene Marktmacht konnte Eon im vergangenen Jahr Preisnachlässe und Rückzahlungen bei den Langzeitverträgen mit Gazprom aushandeln. Mit dem nun abgeschlossenen Vertrag erhöhen die Düsseldorfer weiter den Druck auf die Russen für eine Annäherung an die Spotmarktpreise. 

 
Das Gas aus Kanada könnte künftig in Rotterdam anlanden (depositphotos; Titelbild: Gas Natural Fenosa)