Studie zu fossilen Energien
25.03.2013

Erdöl wird bald knapp

Foto: depositphotos
Erdölförderung

Fossile Brennstoffe wie Erdöl, Kohle und Gas könnten schon in wenigen Jahren deutlich knapper und teurer werden. Auch unkonventionelle Energiequellen wie Schiefergas können diese Entwicklung einer aktuellen Studie zufolge nicht aufhalten.

Nach einer Studie der Energy Watch Group, einem Netzwerk aus Wissenschaftlern und Parlamentarieren, gehen die Vorräte an fossilen Energieträgern in absehbarer Zeit zu Ende. Demnach wurde der Zenit der konventionellen Erdölförderung weltweit bereits im Jahr 2008 überschritten. Jährlich sinkt die geförderte Menge, 2030 könnte sie bereits gut 40 Prozent unter dem heutigen Niveau liegen. „Die Welt steht am Scheideweg ihrer Energieversorgung. Politik, Wirtschaft und Verbraucher müssen verstehen, dass wir jetzt Maßnahmen ergreifen müssen, um zukünftige Versorgungsengpässe zu vermeiden“, fordert Studienautor Werner Zittel, Vorstand der Ludwig-Bölkow-Stiftung.

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Auch sei nicht damit zu rechnen, dass die USA trotz ihrem mit neuen Techniken geförderten „light tight oil“ zum Erdölexporteur aufsteigen. In seiner Analyse geht Wissenschaftler Zittel davon aus, dass die Förderung von „light tight oil“ in den nächsten Jahren ihren Höhepunkt erreichen und danach deutlich sinken wird.

Schiefergasförderung könnte in den USA bald sinken

Nach Meinung der Energy Watch Group wird der aktuelle Boom bei der Schiefergasförderung die Verfügbarkeit von fossilen Brennstoffen nicht deutlich verlängern. Die Autoren rechnen bereits im Jahr 2015 mit einem Rückgang der US-Schiefergasförderung. Im Jahr 2030 könnte die gesamte Erdgasförderung in den Vereinigten Staaten demnach unter dem heutigen Niveau liegen.

Auch für Europa geht Zitell von einer weiterhin rückläufigen Erdgasproduktion aus. Der Importbedarf werde deswegen weiter steigen, auf 200 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2020. Bisher bezieht Europa sein Gas neben der heimischen Produktion vor allem aus Russland. Doch der Konkurrenzkampf wird größer. Auch China schielt auf das russische Gas.

Schiefergas wird laut Analyse der Energy Watch Group in Europa keine große Rolle spielen. In Deutschland ist die Förderung von Schiefergas mittels Fracking umstritten und soll nur begrenzt möglich sein.

Einen baldigen Engpass erwartet die Studie der Energy Watch Group auch bei der Kohle, die derzeit in Deutschland einen neuen Boom erlebt. Das weltweite Fördermaximum könnte schon im Jahr 2020 erreicht sein. Ein Grund: Der Energiehunger Chinas. Schon heute kann die Volksrepublik ihre unzähligen Kohlekraftwerke nicht mehr mit eigenen Brennstoff betreiben und ist auf Importe, vor allem aus Indonesien und Australien, angewiesen.

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Erdöl | Schiefergas | Kohle | Peak Oil | Energie Watch Group | Fracking
Ressorts:
Markets

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