Eric Schweitzer, Vorstandschef der Alba Group und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), warnt vor dem Aus für das Kunststoffrecycling: „Die Mehrzahl der deutschen Kunststoffrecycler ist bei Belastung mit der vollen EEG-Umlage nicht überlebensfähig“, sagt Schweitzer im Gespräch mit BIZZ energy today. 

Als Grund nennt Schweitzer einen „doppelten Wettbewerbsdruck“: Zum einen zahlen Konkurrenten in Fernost nach seinen Worten „deutlich geringere“ Energiepreise. Und: „Zugleich können sich Hersteller von Primärkunststoffen aus fossilem Erdöl weiterhin von der EEG-Umlage befreien lassen und somit günstiger produzieren.“

Als Konsequenz wären deutsche Kunstoffrecycler gezwungen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern, warnt Schweitzer: „Damit wäre der Kreislauf vom Kunststoffabfall zum neuen Produkt in Deutschland unterbrochen und das Ressourcenschutz- und Klimaschutzprogramm der Bundesregierung würde konterkariert.“

Ein Ausschluss von der EEG-Umlagenreduzierung würde laut Schweitzer unter anderem das Alba-Werk in Eisenhüttenstadt „und insbesondere auch die dort aufgebauten Arbeitsplätze empfindlich treffen“. Der Anteil der Stromkosten an der Bruttowertschöpfung solcher Werke liegt nach Branchenangaben bei 44 Prozent.

Bisher erhalten stromintensive Unternehmen hohe Rabatte bei der EEG-Umlage, die aktuell bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde liegt. Im Rahmen seiner EEG-Reform will Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel diese Rabatte deutlich reduzieren; gleichzeitig will er die Kriterien für den Erhalt der Vergünstigungen veschärfen und so die Zahl der Empfänger verringern.

Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der Alba Group (Depositphotos; Alba Group)