Finanzierung
10.10.2018

Erneuerbare: Investitionen in Deutschland brechen ein

Foto: iStock
Künftig seltenerer in Deutschland: Rotorblätter vor der Installation von Windkraftanlagen

Die Finanzierung erneuerbarer Energien in Deutschland ist im dritten Quartal um fast 50 Prozent gesunken. Global ging sie um sechs Prozent zurück. Abkühlung gab es sogar in China – mit Ausnahme der Elektromobilität.

Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien und grüne Mobilität haben zwischen Juli und September 2018 leicht abgenommen, in Deutschland sind sie sogar drastisch eingebrochen. Das Investitionsvolumen hierzulande sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar. Das geht aus einer neuen Statistik des Informationsdienstes Bloomberg New Energy Finance hervor.

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Bloomberg macht keine Angaben zu den Ursachen der Rückgangs. Ein wichtiger Faktor dürften die sinkenden deutschen Investitionen in Windparks sein. Die Bundesregierung hat die Neuinstallationen an Land mit der Einführung des Ausschreibungssystems auf 2.800 Megawatt pro Jahr begrenzt. Sie bremst auch den Ausbau der Offshore-Windenergie.

Andernorts ist der Trend gegenläufig: In den Niederlanden beispielsweise wurde mit 1,1 Milliarden Dollar viermal so viel investiert wie im Vorjahresquartal. In Spanien sprang die Investitionssumme um das 11-fache auf 1,9 Milliarden Dollar, in Südafrika sogar um das 90-fache auf 2,6 Milliarden Dollar.

1,9 Milliarden für chinesische E-Autobauer

EU-weit sanken die grünen Energie- und Mobilitätsinvestitionen um ein Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar, weltweit um sechs Prozent auf 67,8 Milliarden Dollar. Eine fast ebenso klare Abwärtstendenz wie Deutschland wies Großbritannien auf mit einem Rückgang um 46 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. In Japan nahmen die Investitionen um 21 Prozent auf 4 Milliarden Dollar ab, in den USA um 20 Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar.

Auch in China war der Trend negativ, dort wurden im dritten Quartal 2018 rund 27 Milliarden Dollar investiert, im Vorjahreszeitraum waren es noch rund 33 Milliarden Dollar. Dennoch sehen die Bloomberg-Analysten die stärkste Dynamik derzeit in der chinesischen Elektromobilität. Die drei Elektroautohersteller NIO, Guangzhou Xiaopeng Motors und Zhejiang Dianka haben demnach 1,9 Milliarden Dollar von Investoren erhalten.

„Sprung zur Serienproduktion“

Colin McKerracher, Bloombergs Chefanalyst für Mobilität, kommentiert den Trend so: „Wir sehen, dass mehr Unternehmen Geld aufbringen, um den Sprung von Konzeptautos zur Serienproduktion zu schaffen.“ Allerdings werde es auf dem chinesischen E-Mobilitätsmarkt immer voller, deshalb rechne er mit einer baldigen Konsolidierung.

Die größten Einzelinvestitionen im grünen Energiesektor gab es in Großbritannien (Offshore-Windpark Triton-Knoll: 2,6 Milliarden Dollar), Südafrika (Windprojekte von Enel Green Power: 1,4 Milliarden Dollar) und China (Windpark Guohua Dongtai: 1,2 Milliarden Dollar).

 

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Christian Schaudwet
Keywords:
Windenergie | Investitionen | erneuerbare Energien | Elektromobilität
Ressorts:
Markets

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