Mit dem Projekt Ultranet planen die beiden Übertragungsnetzbetreiber Amprion und Transnet BW die Umsetzung der ersten Gleichstrom-Autobahn, die in das deutsche Höchstspannungsnetz integriert werden soll. Die neue Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) soll bis zum Jahr 2019 fertig sein, rechtzeitig bevor das Kernkraftwerk Philippsburg vom Netz geht.

Das Ultranet soll dann helfen, das Stromangebot auszugleichen und beispielsweise Windstrom aus dem Norden gen Süden zu transportieren. Bei den HGÜ-Trassen handelt es sich um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Die Technik „beame“ den Strom gewissermaßen in das Bedarfszentrum, erklärte Klaus Kleinekorte, Technischer Geschäftsführer von Amprion.

Verlustarm gen Süden

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (Amprion, Transnet BW, 50 Hertz und Tennet) gehen im Netzentwicklungsplan von insgesamt vier HGÜ-Trassen aus – im aktuellen Bedarfsplan sind allerdings erst drei Trassen vorgesehen. Die Stromautobahnen sollen erneuerbare Energie verlustarm in den verbrauchsstarken Süden transportieren.

Mit einer geplanten Länge von rund 340 Kilometern wird das Ultranet zu den längsten Stromkreisen im bundesweiten Höchstspannungsnetz gehören. Es soll den Ökostrom von Nordrhein-Westfalen über Rheinland-Pfalz und Hessen bis nach Baden-Württemberg transportieren. Das Besondere: Mit der geplanten HGÜ-Leitung wird in Deutschland erstmals Wechsel- und Gleichstrom gemeinsam auf einer Freileitung geführt. Den Antrag auf Genehmigung für die Trassen wollen Amprion und Transnet BW noch in diesem Jahr stellen. Das Bundesbedarfsplangesetz muss allerdings zuvor vom Bundestag ratifiziert werden.

Auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler interessiert sich für die neue Technik. (Amprion)