Die gesunkenen Erzeugungskosten für PV-Strom und die wachsende Bedeutung von Off-Grid-Märkten verschieben die Gewichte bei Erneuerbare-Energien-Investments. Im Jahr 2015 habe Solarenergie bereits 46 Prozent aller weltweiten Ökostrom-Investitionen auf sich vereint und lag damit nahezu gleichauf mit den 48 Prozent, die in Windenergie flossen, schreibt Bloomberg New Energy Finance (BNEF) in seinem kürzlich erschienenen Climatescope-Bericht.

Erstmals haben Nicht-OECD-Länder den Industrieländerclub 2015 bei Investitionen in erneuerbare Energien überholt. Während die 35 OECD-Mitgliedsstaaten mit 153,7 Milliarden US-Dollar auf dem Stand von 2012 verharrten, haben Entwicklungs- und Schwellenländer ihren Anteil stetig gesteigert – auf 154,1 Milliarden Dollar 2015. Der Zuwachs von 24,8 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr sei nahezu komplett in Photovoltaik geflossen, schreibt BNEF.

Eine wichtige Rolle spielen der Agentur zufolge Off-Grid-Märkte, die über unzureichend ausgebaute Stromleitungen verfügen – vor allem die ostafrikanischen Staaten Uganda, Kenia, Ruanda und Tansania. Wichtige Märkte mit schwachem Netz sind allerdings auch Pakistan und Teile Indiens. Das Geschäft mit Erneuerbaren-Insellösungen ziehe zunehmend Fremdkapital an, 2015 seien weltweit 450 Millionen Dollar in das Geschäft geflossen – wobei Microgrids nicht einmal mitgezählt wurden.

Ostafrika entwickelt sich zu einem neuen Solarzentrum. (Foto: istock.com / KRISS75)