Erneuerbare Energien
10.07.2018

Erstmals mehr Öko- als Kohlestrom in einem Halbjahr

Foto: iStock
Windenergie hatte im ersten Halbjahr 2018 den größten Marktanteil unter den erneuerbaren Energien.

Im ersten Halbjahr 2018 haben die erneuerbaren Energien die Stromproduktion aus Braun- und Steinkohle überholt, wie aus einer Schätzung Energieverbands BDEW hervorgeht.

Der Strommarktanteil der erneuerbaren Energien in Deutschland ist nach einer Schätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in den ersten sechs Monaten des Jahres auf  36,3 Prozent gestiegen. Damit zogen die Erneuerbaren in diesem Zeitraum erstmals an der Braun- und Steinkohle vorbei – die Kohle kam auf einen Marktanteil von 35,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2017 lag die Kohle mit 38,5 Prozent noch deutlich vor den Erneuerbaren (32,5 Prozent).

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118 Milliarden Kilowattstunden (kWh) trugen Wind- und Wasserkraft, Biomasse- und Solarenergie laut BDEW von Januar bis Juni 2018 zur Bruttostromerzeugung in Deutschland bei – zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Stromproduktion aus Kohle sank im selben Zeitraum von 127 Milliarden auf 114 Milliarden KWh. Rückläufig war auch die Erzeugung aus Erdgas. Sie schrumpfte von 44 Milliarden auf weniger als 40 Milliarden kWh.

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Kohleausstieg in vollem Gange

Der Hauptgeschäftsführer von Deutschlands größtem Energiewirtschaftsverband BDEW, Stefan Kapferer, mahnte anlässlich der Strommarktschätzung einen schnelleren Ausbau der Stromnetze an. Die Erneuerbaren seien „auf dem Vormarsch“ und der Kohleausstieg sei „in vollem Gange“, sagte er. „Was es hingegen dringender denn je braucht, ist eine Beschleunigung des Netzausbaus, um die Erneuerbaren in das Energiesystem zu integrieren.“ (Lesen Sie auch: Sauberer Strom bremst Klimwandel nicht genug)

Außerdem sei immer noch nicht klar, wie die schwankende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen künftig abgepuffert werden solle, wenn weitere Kohlekraftwerke in Deutschland stillgelegt würden, sagte Kapferer. Bisher gebe es für die Energieunternehmen nicht die notwendigen Anreize, in flexible Stromerzeugung aus Erdgas zu investieren.

Grafik/Quelle: BDEW

 

Christian Schaudwet
Keywords:
Strommarkt | Kohleausstieg | erneuerbare Energien
Ressorts:
Markets

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