„Nach der Weltklimakonferenz in Bonn fragt man sich, wo die USA in Sachen Klimaschutz stehen; neben der offiziellen war eine inoffizielle US-Delegation zugegen. Die Abordnung demonstrierte unter dem Motto „We are still in“, dass es jenseits von Donald Trump ein anderes Amerika gibt. Ein Amerika, das entschieden für Klimaschutz eintritt.

Das Bündnis „America‘s Pledge“, zu dem sich Städte, Landkreise, Bundesstaaten und Unternehmen wie Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft zusammengeschlossen haben, stellt sich gegen Donald Trump und will die CO2-Menge einsparen, die die USA in den Selbstverpflichtungen zum Pariser Klimavertrag 2015 versprochen haben.

Illustration: Marie Wolf
Die Teilnehmer der „America‘s Pledge“-Initiative repräsentieren zusammen eine Wirtschaftsleistung, die sie zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt machen würde. Mit der Aktion ging ein starkes und vor allem auch sichtbares Signal aus Bonn an die Weltgemeinschaft: „Seht her, wir stehen zum Pariser Klimaabkommen“.

Übrigens, Technologiewandel kann sich rasend schnell vollziehen. Ein Foto von der Osterparade auf der 5th Avenue in New York aus dem Jahr 1900 zeigt einen Boulevard voller Pferdekutschen. Nur 13 Jahre später ist auf dem gleichen Boulevard am selben Feiertag  keine einzige Pferdekutsche mehr zu sehen, sondern nur noch Automobile. Selbst die schönste Kutsche konnte ganz offensichtlich keinen Abnehmer mehr finden.“

Mojib Latif leitet den Forschungsbereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Der Professor ist Vorstandsvorsitzender der Forschervereinigung Deutsches Klimakonsortium.

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Mojib Latif, Klimaforscher am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel (Foto: blu-news.org)