Klimaziele
24.10.2014

EU einigt sich auf Klimaziele

Rat der Europäischen Union
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel während des EU-Gipfels

In Brüssel einigten sich die EU-Staaten am Donnerstagabend auf gemeinsame Ziele bei der Reduktion von CO2, der Energieeffizienz sowie dem Anteil Erneuerbarer bis 2030.

 

Anzeige

Europas Staats- und Regierungschefs haben sich während des EU-Gipfels in Brüssel auf gemeinsame Klimaziele für 2030 geeinigt. So soll der CO2-Ausstoß bis dahin um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Zugleich wollen die EU-Länder den Anteil erneuerbarer Quellen an der Energieerzeugung auf 27 Prozent erhöhen – er liegt derzeit bei 14 Prozent.

Beim Thema Energieeffizienz gingen die Vorstellungen von EU-Kommission und Mitgliedsstaaten auseinander: Ein Ziel von 27 Prozent an eingesparter Energie wurde vereinbart, drei Prozent weniger als die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. Bindend ist das Ziel jedoch nicht, es soll 2020 erneut geprüft werden.

Anzeige

Auch die Bundesregierung hatte bei der Energieeffizienz Einsparungen von 30 Prozent angepeilt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Deutschland werde keine Mühe haben, die EU-Ziele zu erreichen. Beim Anteil Erneuerbarer hätte sich Merkel ein höheres Ziel vorstellen können.

Für die Bundesregierung sei wichtig gewesen, dass die Unternehmen auch dann noch EU-Beihilfen beantragen könnten, wenn das Ausbauziel von 27 Prozent bei Erneuerbaren Energien erreicht sei, Merkel weiter.

Emissionshandel

Außerdem wurde vereinbart, die Zahl der CO2-Zertifikate ab 2021 jährlich um 2,2 statt 1,74 Prozent zu kürzen. Dadurch wächst die Notwendigkeit von Unternehmen und Ländern zum Einsatz sauberer Technologien.

Von Umweltschutzorganisationen kam Kritik. „Die EU hat das Ziel aufgegeben, den Klimawandel einzudämmen,“ sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Europa hätte seine Emissionen bis 2030 um mindestens 60 Prozent reduzieren müssen, um seinen Teil zur Verhinderung der globalen Erwärmung über zwei Grad zu leisten. „Dieses Ziel werden wir nicht erreichen“, so Weiger weiter.

Auch Unternehmen kritisieren die Maßnahmen. Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) sagte: „Das ist die Bankrotterklärung der europäischen Energiepolitik und zudem ein wirtschaftspolitisches Desaster." Die Bundesregierung habe mit ihrer Zustimmung blindlinks alle Chancen geopfert, die künftige Bezahlbarkeit von Energie und damit Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit in Europa sicherzustellen und unabhängig von Energieimporten zu werden.

Daniel Zugehör
Keywords:
EU-Gipfel | EU | Klimaziele | CO2-Emissionen | Angela Merkel | Erneuerbare Energie | Energieeffizienz
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen