Ungarn will im bestehenden Kernkraftwerk der Stadt Paks, etwa 100 Kilometer südlich von Budapest, zwei neue Reaktorblöcke von dem russischen Staatskonzern Rosatom errichten lassen. Der bereits zum Jahresbeginn beschlossene Deal beinhaltet auch die Lieferung von Brennstäben aus Russland.

Offenbar ist der Europäischen Union bei dem zehn Milliarden Euro schweren Atom-Geschäft nicht ganz wohl. Die EU-Kommission teile die Bedenken der Atombehörde Euratom, neue ungarische Reaktoren mit russischem Brennstoff versorgen zu lassen, berichtet Reuters und stützt sich dabei auf Insider-Informationen.

Euroatom habe verlangt, dass andere, nicht in Russland ansässige, Unternehmen für die Belieferung der Anlage zugelassen werden, ließ die Regierung in Budapest verlauten.

Alle Seiten, also EU, Ungarn und Euratom, betonten jedoch, dass die Verträge zum Bau der neuen Blöcke davon nicht betroffen seien.

Die EU reagiere nicht zuletzt wegen der Differenzen mit Russland in der Ukraine-Krise sensibel auf Annäherungen ihres Mitgliedsstaates Ungarn an Moskau, so die Nachrichtenagentur weiter.

Bei der Anlage in Paks handelt es sich um Ungarns einziges Kernkraftwerk, das zur Zeit etwa 40 Prozent des landesweiten Elektrizitätsbedarfs sicherstellt. Es verfügt bislang über vier Reaktoren. Die beiden neuen gingen laut Spiegel Online nicht vor 2023 ans Netz.

Schon im Januar 2015 meldete das Magazin, dass das Geld zur Erweiterung des Werks von Russland in Form eines Kredits zur Verfügung gestellt werde.