Das Weltklimaabkommen kann damit noch vor Beginn der nächsten Weltklimakonferenz in Marrakesch im November in Kraft treten. Mit dem Votum des EU-Parlaments sind alle Voraussetzungen erfüllt. Insgesamt müssen 55 Staaten mit zusammen mehr als 55 Prozent aller weltweit ausgestoßenen Treibhausgase das Abkommen in ratifizieren. Bislang hatten 62 Parteien mit einem Anteil von insgesamt 52 Prozent der weltweiten Emissionen das Abkommen ratifiziert. Mit dem Beitritt Indiens am Sonntag und der EU am heutigen Montag  wird die 55-Prozent-Marke überschritten.

Die EU hat damit gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt. Ein Inkrafttreten ohne sie wäre einer Blamage gleich gekommen. Brüssel hatte sich bei den Klimaverhandlungen in Paris immer wieder als Vorreiter ausgegeben. Ohne eine Ratifizierung hätte die EU lediglich als Beobachter im marokkanischen Marrakesch am Verhandlungstisch gesessen.

In einer Sondersitzung hatten die EU-Umweltminister am Freitag den Weg für die schnelle Umsetzung geebnet. Die außerplanmäßige Sitzung war nötig, da die EU unter Zeitdruck geraten war. Anfang September hatten die beiden weltweit größten Emittenten, China und die USA, das Abkommen bereits überraschend ratifiziert.

Im Dezember 2015 hatten sich mit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens fast 200 Staaten verpflichtet, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen und bis Mitte des Jahrhundert die Emissionen auf praktisch Null zu senken.