900 Millionen Zertifikate sollen nach dem jetzigen Votum des Umweltausschusses erst ab 2016 ausgegeben werden – und nicht wie geplant schon ab diesem Jahr. „Die Verlegung ist nur eine Zwischenlösung, aber es ist ein richtiger Schritt“, erklärte dazu der Ausschussvorsitzende Matthias Groote.

Als nächstes müssen die Mitgliedsstaaten über den Vorschlag abstimmen. Eine Zustimmung ist keineswegs sicher. Vor allem die wirtschaftlich angeschlagenen EU-Länder fürchten zusätzliche Belastungen durch den Emissionshandel. 

Auch in Deutschland gibt es Kritik: „Das Abstimmungsergebnis ist erneut Zeugnis von einem herumdoktern an Symptomen und nicht an Ursachen“, erklärte dazu Holger Lösch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Investoren bräuchten stattdessen zuverlässige Rahmenbedingungen. Derartige Eingriffe in ein funktionierendes Marktsystem seien kontraproduktiv, sagte Lösch. 

Nach Einführung der Verschmutzungsrechte 2008 fiel der Preis von damals über 28 Euro pro Zertifikat auf heute deutlich unter fünf Euro. Die Investition in klimafreundliche Techniken rentiert sich deswegen kaum. Das bekommen etwa Betreiber von Gaskraftwerken zu spüren, die ihre Anlagen in Konkurrenz zur biligen Kohle kaum wirtschaftlich betreiben können. Versorger wie Eon sprechen sich daher für eine Verschärfung des Emissionshandels aus.

 
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