Verkehrswende
28.02.2019

EU plant Revolution der Mobilität

Foto: iStock
Der Verkehrssektor hat bislang nichts zum Klimaschutz beigetragen, sein CO2-Ausstoß wuchs sogar.

Mit ihrer Langzeitstrategie gegen den Klimawandel will die EU-Kommission den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen bis 2050 auf Null bringen. Das wird die Industriestaaten radikal verändern.

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Laut klagt die Autoindustrie über die neuen CO2-Grenzwerte für Pkw und Lkw bis 2030. Dabei sind diese ein Klacks im Vergleich zu den Plänen der EU-Kommission für den Transportsektor in den Jahren danach. Denn der Verkehr in Europa soll bis 2050 klimaneutral werden. „Das Ziel unserer langfristigen Klimastrategie ist, in diesem Zeitraum Nettoemissionen von Null zu erreichen“, verrät Verkehrskommissarin Violeta Bulc im Gespräch mit bizz energy. „Wir arbeiten bereits an den Vorschlägen für die Zeit von 2030 bis 2050.“

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Die werden eine Revolution im Transportsektor einläuten. Bis Ende der nächsten Dekade soll der CO2-Ausstoß im Verkehr um gut ein Drittel sinken: bei Lastwagen und Bussen um 30 Prozent, bei Kleintransportern um 31 Prozent und bei Personenwagen sogar um 37,5 Prozent. Darauf haben sich Ende 2018 Europaparlament und Ministerrat geeinigt. Ab 2030 sollen die restlichen Zweidrittel der Treibhausgase aus dem Verkehr eliminiert werden, so dass bis 2050 fossile Energieträger als Treibmittel weitgehend verbannt sind.

Wirtschaft und Lebensweise stehen in Frage

Das Ziel, den Personen- und Gütertransport CO2-frei zu machen, ist ehrgeizig – seine Verwirklichung wird die Industriestaaten radikal verändern: „Sie stellt nicht nur die Autobranche und unser Verkehrssystem, sondern auch unsere Wirtschaft und unsere Lebensweise in Frage“, meint ein enger Mitarbeiter von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Gespräch mit bizz energy. Bisher hat sich Europas Verkehrssektor jedem klimapolitischen Eingriff widersetzt. Sein CO2-Ausstoß ist im Gegensatz zu allen anderen Emissionsquellen gegenüber 1990 sogar gestiegen. Ein Drittel der Treibhausgase gehen aufs Konto des Verkehrs. Ihn klimaneutral zu machen, sei extrem herausfordernd – alle Stellschrauben müssten genutzt werden, betont der Juncker-Berater.

Doch viele Stellschrauben, etwa die dafür notwendigen Technologien, sind noch nicht oder nur rudimentär verfügbar. Um bei der Entwicklung ihrer Klimastrategie bis 2050 nicht in die Glaskugel zu schauen, bediente sich die Kommission bei der Zukunftsforschung. Zunächst modellierte sie mehrere Szenarien für die Reduktion der vom Menschen gemachten Treibhausgase, nun analysiert sie politische, ökonomische und technologische Handlungsoptionen, um schließlich unter anderem Lösungen für den Straßen-, Luft- und Wasserverkehr vorzulegen. Bis Ende März will Juncker diese den EU-Staaten präsentieren.

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Keywords:
Verkehrswende | E-Mobilität | EU-Kommission
Ressorts:
Governance

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