Der starke Zubau von Erneuerbaren sowie niedrige CO2-Preise verhindern auf Jahre hinaus notwendige Kraftwerksneubauten. Die Netzhöchstlast kann aufgrund der hohen, volatilen Erzeugung technisch mit eigenen Anlagen nicht mehr gedeckt werden. Die Lösung sind Kapazitätsmärkte beziehungsweise Märkte für gesicherte Leistung. Anzustreben ist dabei ein europäischer Wettbewerbsmarkt für gesicherte Leistung, der die Entwicklung des EU-Binnenmarktes unterstützt. Planwirtschaftliche Ansätze, wie sie sich beispielsweise in der Reservekraftwerksverordnung ausdrücken, sind abzulehnen.

In einem ökonomisch effizienten Markt, in dem nur noch Kraftwerke gebaut werden, die wirtschaftlich sind, erhält gesicherte Leistung als knappes Gut zwangsläufig einen Wert und wird gehandelt werden. Daher verbietet es sich auch, in diesem Zusammenhang von dauerhaften Subventionstatbeständen zu reden. Die volle Inanspruchnahme gesicherter Leistung erfolgt nur bei Erzeugungsknappheit und zur Vermeidung eines Versorgungsausfalls.
 
Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Justus Haucap, Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics und langjähriger Chef des Monopolkommission: „Subventionierung unprofitabler Kraftwerke“.
 

 

 
Florian Bieberbach (Fotos: Statkraft/Stadtwerke München)