Chile gilt als marktwirtschaftlicher Musterschüler Lateinamerikas. Zunehmend wird es auch zu einem der spannendsten Märkte des Kontinents für die Erneuerbarenbranche. Diese Woche endete die aktuelle Strommarkt-Ausschreibungsrunde. Darin waren die Produktions- und Einspeiserechte für jährlich 12.430 Gigawattstunden ausgelobt worden, und zwar für die 2021 bis 2040. Die Erneuerbaren standen dabei in Konkurrenz mit den konventionellen Stromerzeugern – und gewannen.

Wie der chilenische Energieminister Maximo Pacheco am Mittwoch bekannt gab, konnten sich europäische Energieproduzenten aus der Erneuerbarenbranche den größten Teil der Rechte sichern, und das mithilfe von Rekord-Niedrigpreisen. „Das ist ein Triumph für Chile“ sagte Pacheco.

In vorherigen Ausschreibungen ergab sich aus den Geboten noch ein Durchschnittspreis von fast 80 US-Dollar pro Megawattstunde Strom. Laut der Nachrichtenagentur Reuters, hatten Experten auch für die jetzige Runde mit einem ähnlichen Niveau gerechnet. Doch diesmal trieben die Bieter den Durchschnittspreis auf unter 48 US-Dollar herunter.

 

Unklare Erzeugung

Eine der Hauptverantwortlichen dafür ist demnach Endesa, eine Tochter des italienischen Energieriesen Enel. Sie hat sich 40 Prozent der Ausschreibungsmenge gesichert.  Zusammen mit dem irischen Unternehmen Mainstream Renewable Power, das demzufolge nun gute 30 Prozent der ausgeschriebenen Gigawattstunden liefern darf.

Beide Firmen betreiben in Chile bereits Anlagen erneuerbarer Energien. Bei den dortigen Energieauktionen zählt allerdings nur der Preis und vorerst muss niemand angeben, wie er die Energie erzeugen will. Genaueres ist nur von Mainstream bekannt: Sieben Windenergieparks für 1,65 Milliarden US-Dollar will der Konzern nach eigener Aussage in Chile errichten.

Aus Deutschland hat die Bremer Windenergiefirma WPD an der Auktion teilgenommen. Sie konnte sich ebenfalls Einspeiserechte sichern. Knapp 787 Gigawattstunden darf sie ab 2021 jährlich den Chilenen zur Verfügung stellen.

In Chile drücken die Erneuerbaren die Strompreise nach unten. (Foto: Wikimedia, Edu3k (CC BY-SA 3.0))