Evonik-Chef Engel führt das schlechte Ergebnis vor allem auf sinkende Preise auf wichtigen Märkten zurück. Der Konzern hat zwar mehr verkauft, aber weniger verdient. Das Geschäft habe sich schlechter entwickelt als erwartet, betonte Engel. 

Der Konzernumsatz sank von Januar bis Juli um vier Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) fiel um 16 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Die EBITDA-Marge, also das Verhältnis von EBITDA zum Umsatz, fiel von 18,9 auf 16,5 Prozent.

Analysten gelassen

Unterm Strich blieb ein Gewinn von 481 Millionen Euro, zehn Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Wegen der mauen Entwicklung korrigierte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten. Die Erholung der Weltkonjunktur falle schwächer aus als bisher angenommen, hieß es am Donnerstag.

Mit einem ähnlichen Argument hatte schon der scheidende Siemens-Chef Peter Löscher in der vergangenen Woche eine Gewinnwarnung für sein Unternehmen herausgegeben. Evonik erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatz von 13 Milliarden Euro und damit in etwa das Niveau des Vorjahres. Das operative Ergebnis werde aber unter den Werten von 2012 liegen, so Vorstandschef Engel. 

Die Analysten der Commerzbank sehen trotz der durchwachsenen Ergebnisse keinen Grund zur Panik. Die Einstufung der Aktie auf Add mit einem Kursziel von 28 Euro blieb erhalten. Aktuell rangiert das Papier bei 26,14 Euro. Der Konzern war erst im Frühjahr nach einigen fehlgeschlagenen Anläufen an die Börse gegangen. Commerzbank-Analyst Lutz Grüten schreibt in einer Studie vom Donnerstag, Evonik habe seine Schätzungen verfehlt, denen des Marktes jedoch in etwa entsprochen. Die Kürzung der Unternehmensprognose sei zu erwarten gewesen.

Hoffung: Anziehende Konjunktur in den USA

Gute Konjunkturdaten aus den USA nähren indes die Hoffnung auf eine Belebung der Weltwirtschaft. Der bedeutsamste US-Stimmungsindikator SM PMI Manufacturing legte im Juli stärker zu als erwartet. Dies sei Ausdruck einer Stimmungsverbesserung bei den US-Industrieunternehmen, heißt es in einer ersten Reaktion der Nord LB. Das Szenario einer Wirtschaftsbelebung in den USA im 2. Halbjahr sei durchaus realistisch.