E-Mobilität
01.11.2013

Evonik will aus Batteriegeschäft aussteigen

Der Spezialchemiekonzern plant seine Anteile am Akku-Joint Venture in Kamenz zu verkaufen. Vorstandschef Klaus Engel begründete dies mit dem hohen Investitionsbedarf. Das Werk fertigt die Speicher für den elektrischen Smart.

Bereits im Sommer war über die Zukunft des Batteriewerks in Kamenz spekuliert worden. Damals hatten Daimler und Evonik betont, sie suchten einen weiteren Partner. Das Problem: Noch sind die Produktionskosten zu hoch. Weitere Investitionen sind nötig, um größere Mengen herstellen zu können und damit die Kosten zu senken. Der weltweite Preiskampf ist hart. Bereits Anfang des Jahres musste der US-Batteriehersteller A123 die Segel streichen.

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Wie Engel am Donnerstag gegenüber Analysten betonte, werde nun ein Käufer gesucht,  der sich voll auf dieses Geschäft und die weitere Markterschließung konzentrieren kann. Eine Evonik-Sprecher betonte gegenüber BIZZ energy today, der Konzern beabsichtige den Verkauf der Anteile.

Von Daimler gab es am Freitag noch keine offizielle Stellungnahme.

Millionen-Investitionen

Beide Unternehmen hatten das Batteriewerk in Kamenz seit 2008 aufgebaut und einen dreistelligen Millionenbetrag investiert. Evonik liefert dabei die Batteriechemie sowie Komponenten für die Zellen, aus denen vor Ort komplette Batterien für den Smart entstehen. Im Vergleich zu den Batteriewerken von Panasonic oder LG Chem ist die Anlage allerdings klein. Batterieforschung und -produktion wieder in Deutschland anzusiedeln, gehörten zu den strategischen Zielen der Bundesregierung.

Evonik bestätigt Prognose

Evonik hatte am Donnerstag seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Der Umsatz lag mit 3,2 Milliarden Euro rund vier Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Ohne die Sondereffekte aus Immobilienverkäufen lag das Konzernergebnis bei 210 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Evonik leidet nach wie vor unter der lahmenden Konjunktur im Chemiegeschäft.

Die Absätze seien aber zuletzt wieder gestiegen, betonte Konzernchef Engel. Die im August herabgesetzte Prognose für das laufende Jahr will Engel erfüllen. Beim Umsatz peilt der Konzern 13 Milliarden Euro an.

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Litec | E-Mobilität | Daimler | Evonik | Batterien
Ressorts:
Markets

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