Soziale Netzwerke
10.02.2016

Exklusiv-Studie zu Versorgern auf Facebook: Kleinere Anbieter punkten mit regionalen Inhalten

foto: Flickr/Bhupinder Nayyar

Die Analyse zeigt: Energiekonzerne und Stadtwerke sind im Sozialen Netzwerk überdurchschnittlich präsent – senden aber Ihre Botschaften auf Facebook noch zu unkonkret. Hier sind andere Branchen wie der Telekommunikations- und Bankensektor heute weiter.

 

Anzeige

Vielen Energieversorgern fehlt eine klare Facebook-Strategie. Zu diesem Ergebnis kommt eine druckfrische Studie des Hamburger Beratungshauses Solveta, die bizz energy exklusiv vorliegt.

Facebook wird demnach noch sehr stark als günstige Quelle für die Weiterleitung auf andere Plattformen genutzt: Jeder zweite Beitrag soll Reichweite in andere Kanäle bringen; nur jeder zehnte zielt auf den Dialog mit den Fans ab. Hier können die Stromriesen von einigen kleinen Stadtwerken lernen. Diese führen mit Erfolg einen aktiveren Fandialog, heißt es in der Analyse.

Anzeige

Mehr als 41 Prozent aller Beiträge verfolgen kein feststellbares Ziel im Dialog mit den Fans. „Man kann es auch Markenkontakte ohne weitere Absicht bezeichnen“, sagt Studienleiter Christian Gründig. Einige kleinere Stadtwerke experimentieren in diesem Feld noch, nach dem Motto „viel hilft viel“ werden im Extremfall bis zu 17 Beiträge die Woche geposted – aber vielfach ohne nachvollziehbare Interaktionsabsicht.

Für die Analyse hat Solveta 2015 die Inhalte der Facebook-Einträge von 42 deutschen Energieversorgern in deutscher Sprache mit mindestens 1.000 Fans über den Zeitraum von einem Jahr untersucht. Insgesamt wurden 8.592 Posts in zehn Dimensionen inhaltlich analysiert.

 

Insbesondere die Themen Wasser, Strom und Erneuerbare funktionieren beim Fandialog

Im Vergleich zur Telekommunikationsbranche und dem Bankensektor erzielen Energieversorger eine höhere Interaktionsrate mit ihren Facebook-Posts.

„Unsere Studie zeigt: Wer Fan einer Energieversorger Marke ist, hat großes Interesse am Austausch über Energiethemen“, sagt Studienleiter Gründig.

Insbesondere das Thema Wasser bewegt im Dialog mit den regional Versorgern demnach die Menschen: Rund jeder Hundertste teilt oder kommentiert Beiträge zu diesem Thema. Strom und Erneuerbare bringen es zusammen auf den gleichen Wert. „Emotionale und konkrete Themen funktionieren gut“, erläutert Gründig. Gas und Wärme interessieren dagegen weniger.

Überwiegend publizieren die Firmen Energiespartipps und Produktinfos für ihre Fans. „Beiträge mit Unterhaltungswert sind bei den Fans aber beliebter“, weiß Gründig. Aktuell sei allerdings nur jeder zehnte Beitrag unterhaltend, ergänzt er. „Hier liegt noch viel Potenzial.“

 

Je größer der Versorger, desto mehr Fans

Die meisten Fans haben die großen Player. Zu den Top Drei zählen neben den  Stadtwerken München mit 57.800 Fans der Düsseldorfer Energieriese Eon (knapp 50.600) und der Essener Konzern RWE (43.700). Die Masse der Fanbase pro Marke zeigt dagegen noch Entwicklungspotenzial, um weitere Interessierte für sich zu gewinnen “, resümiert Studienleiter Gründig.

Prinzipiell stehe die Energiebranche mit vielen kleinen Marken schon recht gut da. Aber im Vergleich mit den aktuellen Fanbasegrößen einer Sparkasse (155.131 Fans) oder einer O2-Entdecken Telko Marke (67.295 Fans) sei noch Luft nach oben.

Gibt es ein Patentrezept für gute Inhalte der Energieversorger? „Sicherlich keinen Königsweg“, sagt Gründig. Generell gelte aber: Versorger müssen mehr Dialogorientierung an den Tag legen.

 

 

Jana Kugoth
Keywords:
Facebook | Stadtwerke | Energieversorger | Konzerne | Solveta | Studie | Fans | Fanbase | Interaktion | Dialog | Strategie | Erneuerbare | Wasser | Strom
Ressorts:
Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen