Offener Brief
20.03.2013

Experten warnen vor Scheitern der Energiewende

Petra Bork_pixelio.de
Die Kanzlerin und fünf weitere Minister werden in dem Brief direkt angesprochen.

Pünktlich zum Energiegipfel wenden sich Unternehmer und Wissenschaftler an die Kanzlerin Angela Merkel. Sie warnen, dass aufgrund des niedrigen CO2-Preises viele Energieeffizienz-Investitionen verworfen werden.

Mehr als 40 Unternehmer und Wissenschaftler wenden sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel wird um ein „dringendes Eingreifen“ gebeten, „um massive Rückschritte in der Energiewendepolitik und damit verbundenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden abzuwenden“. Die „Energieeffizienz als zentrale und rentabelste Energiequelle“, sehen die Verfasser vernachlässigt. „Eine erfolgreiche Energiewende wird somit unmöglich."

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Aufgrund des niedrigen Preises für Kohlendioxid-Zertifikate von deutlich unter fünf Euro pro Tonne würden Investitionsentscheidungen in allen Sektoren zurückgestellt oder sogar verworfen. „Strategische Effizienzvorhaben wie die Mittelstandsinitiative Energieeffizienz stünden vor dem finanziellen Aus“, heißt es in dem Brandbrief. 

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Effizienzprogramme sichern

Die Regierung wird zudem aufgerufen, bald eine Absicherung der Finanzierung für die betroffenen Effizienzprogramme aus dem Bundeshaushalt bis 2015 durch einen Kabinettsbeschluss zu ermöglichen. Weiter heißt es: „Mittelfristig sollte eine zuverlässige, von jährlichen Haushaltsentscheidungen oder Konjunkturen der EU unabhängige Finanzierungslösung gefunden werden.“

Den Brief haben unter anderem Professor Georg Erdmann von der TU Berlin, der Präsidentdes Verbands Beratender Ingenieure, Volker Cornelius und Holger Krawinkel, Energieexperte beim Bundesverband Verbraucherzentrale, unterschrieben.

Auch Professorin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist darunter. Fast zeitgleich hat sie zusammen mit 41 weiteren Ökonomen einen zweiten offenen Brief an die Regierung gerichtet. Aussage: Eine Stärkung des Emissionshandels sei dringend nötig. 

Dazu bedürfe es eines klaren Zeitplans zur Gestaltung und Umsetzung der Reformen, so die Forderung. „Darüber hinaus ist die von der EU Kommission vorgeschlagene Verschiebung der Versteigerung von 900 Millionen Zertifikaten (Red.: das sogenannte Backloading) notwendig, um das Vertrauen in den Emissionshandel wieder herzustellen und Zeit für die langfristige, strukturellen Reform zu gewinnen“, heißt es in dem Papier.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Energieeffizienz | offener Brief | Emissionshandel
Ressorts:
Governance

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