Batteriebetriebene E-Fahrzeuge können schnell und flexibel auf die Schwankungen im Stromnetz reagieren. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts INEES, dessen Abschlussbericht die Kooperationspartner VW, Ökostromanbieter Lichtblick und PV-Hersteller SMA Solar sowie das Fraunhofer Institut Windenergie und Energiesystemtechnik IWES am Mittwoch vorlegten. Engpässe bei der Stromversorgung sind allerdings nicht auszuschließen, wie die Analysen des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) zur Belastung der Verteilnetze ergeben haben. Das IWES fordert deshalb: „Mittelfristig sind Belastungsänderungen in den Netzausbau einzuplanen.“

Die Einbindung von E-Autos als Speicher hat einen weiteren Haken: Wirtschaftlich rechnet sich die Einbindung der Fahrzeuge nicht, heißt es in dem Dokument. Das liegt laut den Studienautoren unter anderem an den „in voller Höhe zu bezahlenden Umlagekosten auf den für die Zwischenspeicherung bezogenen Strom.“ Darin sehen die Forscher eine „Benachteiligung gegenüber anderen Speichertechnologien.“ Ökostromanbieter wie Lichtblick-Geschäftsführer Gero Lücking fordern seit Langem, Speicherbatterien, wenn sie netz- und systemdienlich eingesetzt werden, nicht mit Entgelten, Umlagen und Abgaben zu belasten.

Für die Studie hat Lichtblick die E-Fahrzeuge über seine IT-Plattform namens Schwarmdirigent in das Netz eingebunden. Die Forscher haben die E-Auto-Batterien miteinander vernetzt und somit einen virtuellen Großspeicher kreiert. Die Fahrzeuge waren so gebaut, dass sie sowohl Strom laden als auch Energie zurück ins Netz geben konnten. Sobald das Auto in der Garage parkte, konnten die Autofahrer dessen Batterie mittels App freigeben – und erhielten dafür eine Prämie. 

Das von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geförderte Forschungsprojekt lief insgesamt über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren.

Zum Hintergrund: Weil konventionelle Kraftwerke zunehmend abgeschaltet oder abgeregelt werden sollen, wird nach Möglichkeiten gesucht, die fluktuierende Grünstromerzeugung auszugleichen, beispielsweise durch Speicher. Sie sollen das Netz bei der schwankenden Einspeisung von Sonnen- und Windstrom stabil halten. Eine weitere Möglichkeit zur Netzstabilisierung bieten Power-to-Gas-Anlagen, wie soeben eine vom Stadtwerkeverbund Thüga betriebene Anlage gezeigt hat