Klima und Finanzen
24.08.2016

Finanzriesen drängen G20-Staaten zur Umsetzung des Weltklimavertrags

Foto: Wikipedia/Kremlin.ru
Im vergangenen Jahr trafen sich die Staats- und Regierungschefs der G20-Staatn in der Türkei, der nächste Gipfel findet im September in China statt.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer fordern Investoren mit einem Gesamtvermögen von mehr als 13 Billionen US-Dollar den schnellen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas.

 

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Noch in diesem Jahr sollen die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) den Weltklimavertrag ratifizieren. Das fordern zumindest sechs Koalitionen aus führenden Banken, Pensionsfonds und Versicherungen in einem Mittwoch veröffentlichten Brief, aus dem der Londoner Guardian zitiert.

Außerdem sollten die Staaten ihre Investitionen in Erneuerbare verdoppelt und einen globalen CO2-Preis einführen, heißt darin weiter. „Das Paris-Abkommen signalisiert der Finanzbranche, dass der Wechsel zu einer emissionsarmen Wirtschaft unvermeidbar ist und bereits begonnen hat“, schreiben die Unterzeichner, zu denen der schwedische und kalifornische Pensionsfonds sowie der niederländische Versicherer Aegon zählen.

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Finanzbehörden müssten außerdem Gesetze erlassen, die Firmen dazu verpflichten, die Klimarisiken in ihrem Portfolio offenzulegen und in ihrem Geschäftsbericht auszuweisen. Nur dann werde deutlich, wie sich die Einhaltung des in Paris vereinbarten Zwei-Grad-Ziels auf deren Geschäft auswirke.  

 

Klimarisiken einpreisen

„Investoren wollen von den Firmen wissen, welche Folgen das Paris-Abkommen auf ihre Geschäftsmodelle hat, um damit die Risiken einpreisen zu können und ihre Investitionen daran auszurichten“, zitiert der Guardian die Chefin der Investor Group on Climate Change (IGCC), Emma Herd. IGCC ist eine der sechs Organisationen, die den Brief unterzeichnet haben und insgesamt 130 Investoren repräsentieren. Herd ergänzt: Um mehr Transparenz zu schaffen sei nicht nur eine Veröffentlichungspflicht nötig, sondern auch gemeinsame Standards. Erst dann seien die Firmen und Branchen miteinander vergleichbar. 

Der G20-Gipfel wird am 4. und 5. September in China stattfinden, den Vorsitz hat Chinas Staatspräsident Xi Jinping inne. Deutschland wird 2017 den Vorsitz der G20 übernehmen. Der Klimawandel und seine Folgen bilden bei dem diesjährigen Treffen ein Schwerpunktthema. Der Finanzbranche fällt dabei eine Schlüsselrolle zu. Das haben auch die G20-Finanzminister bei ihrem Gipfel im Juli anerkannt – und sich zu einem grünen Wachstum bekannt.

 

Merkel: Klimavertrag noch 2016 ratifizieren

China und die USA, die Staaten mit dem weltweit größten Anteil am Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase, haben bereits angekündigt, den Klimavertrag noch in diesem Jahr umsetzen zu wollen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat versprochen, den Gesetzentwurf über die Umsetzung des Weltklimavertrags noch vor dem nächsten Klimagipfel in Marrakesch im November zu verabschieden. Tatsächlich aber haben laut Climate Analytics erst 23 Staaten das Abkommen in nationales Recht umgesetzt. Damit es in Kraft tritt, muss es von mindestens 55 Staaten mit einem Gesamtanteil von mindestens 55 Prozent ratifiziert 

Jana Kugoth
Keywords:
G20 | China | Klimaschutz | Weltklimavertrag | Klimafinanzierung | Finanzbranche | Pensionsfonds | Banken | Versicherungen
Ressorts:
Finance | Governance

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