Ab Sommer 2017 soll die strombetriebene Fähre der Gesellschaft FinFerries die südfinnischen Städte Paranien und Nauvo im Schärenmeer verbinden. Der deutsche Technikriese Siemens will den Akku für das 90 Meter lange und 16 Meter breite strombetriebene Schiff liefern, wie der Konzern mit Hauptsitz in München am heutigen Montag mitteilte.

Die E-Fähre soll für die Strecke von 1,6 Kilometern voraussichtlich Ökostrom tanken, sagte eine Siemens-Sprecherin gegenüber bizz energy. Ein Liefervertrag sei jedoch noch nicht unterzeichnet.

Die Batterien können zwischen jeder Fährfahrt im Hafen wieder aufgeladen werden. Bei starkem Wind, Schnee oder Eis soll auch ein Dieselmotor als zusätzlicher Antrieb an Board zum Einsatz kommen.

Mit der in von der polnischen Werft Crist S.A gebauten E-Fähre sticht in Skandinavien bereits das zweite von Siemens mitentwickelte Elektro- Schiff in See. Seit 2015 verkehrt in Norwegen die „Ampere“. Durchschnittlich 34 Mal verbindet die Fähre die Dörfer Lavik und Oppedal durch das Sognefjord – und braucht dafür eine Fahrzeit von 20 Minuten. Mittlerweile hat „Ampere“ laut Siemens eine Strecke zurückgelegt, die der mehr als eineinhalbfachen Länge des Äquators entspricht.

Skandinavien gilt in der EU als Vorreiter beim Ausbau der Erneuerbaren. Mit einem Grünstrom-Anteil von 38, 7 Prozent am Endenergieverbrauch zählt Finnland in der EU zu den Spitzenreitern.

Die wasserreichen skandinavischen Länder mit vielen Seen, Flüssen und Fjorden bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten für strombetriebene Schiffe. Die per Schiff zurückgelegten Strecken sind in der Regel sehr kurz. 84 von 180 Routen haben nach Angaben einer Studie von Siemens in Zusammenarbeit mit der Bellona-Stiftung eine Fahrzeit unter 35 Minuten. 384 Million Euro müsste Norwegen für 84 E-Fähren den Berechnungen zufolge zusätzlich investieren. Die Mehrkosten entstehen aufgrund der Leichtbauweise mit Aluminium sowie der für das Laden der Akkus nötigen Infrastruktur mit Stromtankstellen. Laut Studie sparen E-Fähren im Betrieb im Vergleich zu Dieselmotoren jährlich 77 Millionen Euro ein. Demnach würden sich die Investitionen nach knapp fünf Jahren rechnen.

(foto: Siemens )