Finanzen
13.02.2019

KfW-Bank hält sich bei Green Bonds zurück

Foto: Rüdiger Nehmzow, KfW
Die KfW in Frankfurt am Main ist die weltweit größte nationale Förderbank.

Die staatliche Förderbank KfW bleibt bei der Ausgabe von grünen Anleihen zögerlich. Nach nur vier Emissionen 2018 in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden Euro soll es in diesem Jahr aber mehr Green Bonds geben.

Die Förderbank KfW wird auch 2019 der größte deutsche Emittent von grünen Anleihen bleiben. Das hat das Institut, das zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Bundesländern gehört, auf seiner Jahresauftaktpressekonferenz in Frankfurt deutlich gemacht. Vorstandschef Günther Bräunig kündigte an, dass das Volumen der 2019 zu erwartenden Green Bonds erkennbar über dem Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro liegen wird. Ein neues Förderkreditprogramm für erneuerbare Energien schaffe Bedarf für zusätzliche grüne Anleihen.

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Gemessen an der gesamten Kreditaufnahme der Förderbank im Jahr 2018 von 76,1 Milliarden Euro machen die in diesem Zeitraum platzierten Green Bonds jedoch nur bescheidene zwei Prozent aus. Nach Aussagen von Bräunig, stehen jedoch rund 40 Prozent aller Förderkredite der zur KfW-Gruppe gehörenden Institute im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsthemen wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klima- und Wasserschutz. Diese Themen würden in allen Geschäftsbereichen der KfW an Bedeutung gewinnen – sowohl bei der Förderung von Projekten in Entwicklungsländern wie auch bei klassischen Schiffsfinanzierungen. So habe die auf internationale Projekt- und Exportfinanzierung spezialisierte KfW IPEX Bank in den vergangenen zwei Jahren den Bau von 13 Kreuzfahrtschiffen mitfinanziert, die nicht mit klimaschädlichem Schweröl betrieben werden, sondern mit dem vergleichsweise emissionsarmen Flüssiggas LNG.

Markt oft euphorisch überschätzt

Wie der Vorstandschef erkennen ließ, werde die KfW auf absehbare Zeit ihr Potenzial zur Emission von Green Bonds nicht ausreizen, sondern nur ihre Kredite für erneuerbare Energien damit refinanzieren. Begründung: „Wir legen bei unseren Green Bonds großen Wert darauf, dass der Wirkungszusammenhang zwischen Kreditvergabe und CO2-Einsparung zweifelsfrei berechenbar ist. Und das ist vor allem bei erneuerbaren Energien der Fall.“

Mit dieser puristischen Definition von Green Bonds gehen die Frankfurter weit über die Anforderungen grüner Investoren oder von Institutionen wie der Londoner Climate Bonds Initiative hinaus, geraten aber nicht in den Verdacht des Green-Washing. Wie hinter den Kulissen zu erfahren ist, halten die Finanzexperten der Förderbank die Aufnahmefähigkeit des Marktes für Green Bonds auch für oft euphorisch überschätzt. Die vielfache Überzeichnung von Green-Bonds-Emissionen lasse nicht auf einen unbegrenzten Appetit der Investoren schließen. Auch wolle die KfW den Markt für grüne Anleihen fördern, aber nicht verstopfen.

Nur für sicherheitsorientierte Investoren

Hinzu kommt, dass Anleihen der KfW – ob grün oder konventionell – nur für extrem sicherheitsorientierte Investoren attraktiv sind. Wer sein Geld in KfW Papieren mit fünfjähriger Laufzeit anlegt, verdient damit kein Geld, sondern muss einen negativen Zins von 0,08 Prozent zahlen. Die KfW gehört damit zu den Gewinnern der anhaltenden Niedrigzinsphase: Sie verdient nicht nur bei der Kreditvergabe Geld, sondern auch bei Kreditaufnahme. Zwar wird der Jahresüberschuss 2018 erst später im Jahr veröffentlicht, doch sind die Orientierungswerte eindeutig: 2016 verdiente die staatliche Förderbank knapp zwei Milliarden Euro und 2017 immerhin 1,4 Milliarden Euro.

Lesen Sie auch: Europäische Zentralbank hält massenhaft Green Bonds

Thomas Bauer
Keywords:
KfW Bank | Green Bonds | grüne Anleihen
Ressorts:
Finance

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