Investitionen
10.09.2018

Förderprogramme für Elektromobilität

Illustration: Sasan Saidi
Die Bundesregierung fördert E-Mobilität mit mehreren Programmen.

Um die Elektromobilität endlich in Fahrt zu bringen, legt die Bundesregierung bei den Förderprogrammen noch eine Schippe drauf. Auch die Transportbranche profitiert. Ein Überblick.

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4. Förderprogramme der Bundesländer

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Eine Abfrage in der Förderdatenbank des Bundes zeigt, dass die Bundesländer Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Baden-Württemberg eigene Förderprogramme für Elektrofahrzeuge und öffentliche Ladesäulen aufgelegt haben. Die Förderung der Länder fokussiert sich auf Unternehmen und den öffentlichen Sektor. So unterstützt beispielsweise Nordrhein-Westfalen die Städte, Gemeinden und Kreise bei der Umstellung ihres kommunalen Fuhrparks auf Elektromobilität durch die Förderung von Beratungsleistungen, Ladesäulen und den Kauf von reinen Elektro- oder Brennstoffzellenautos (BZ). Der Kaufzuschuss beträgt bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten bei batterieelektrischen und bis zu 60 Prozent bei BZ-Antrieben, höchstens aber 30.000 respektive 60.000 Euro je Fahrzeug. Die maximale Förderung liegt bei 300.000 Euro je Antragsteller über einen Zeitraum von drei Jahren. Eine Kumulierung mit Mitteln aus Bundes- und anderen Landesförderprogrammen ist nach Landesangaben nicht möglich.

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5. Kaufprämie für Cargobikes

Anfang März trat eine neue Kaufprämie für gewerbliche Schwerlasträder in Kraft, sogenannte Cargobikes. Voraussetzungen sind eine Zuladungskapazität von 150 Kilo und ein Ladevolumen von einem Kubikmeter. Bezuschusst werden 30 Prozent der Anschaffungskosten, maximal gibt es 2.500 Euro. Auch elektrifizierte Lastenanhänger oder Fahrradgespanne sind förderfähig. Förderantrage sind bereits möglich, werden aber erst nach Inkrafttreten des Haushaltsgesetzes bewilligt, also voraussichtlich nach Ende der parlamentarischen Sommerpause im September. Mehrere Städte und haben eigene Förderporgramme aufgelegt, die auch Privatleute unterstützen.

6. Steuervorteile für Elektroautos

Private und gewerbliche Elektroauto-Fahrer profitieren von einigen Steuervergünstigungen. Bis Ende 2020 sind neu zugelassene, reine E-Fahrzeuge zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit, ohne dass dies eines Antrags bedarf. Im Anschluss gilt ein um 50 Prozent ermäßigter Kraftfahrzeugsteuersatz. Die zehnjährige Steuerbefreiung gilt mittlerweile auch für verkehrsrechtlich genehmigte Umrüstungen zu reinen Elektrofahrzeugen, nicht aber für Hybridantriebe mit einem Verbrennungsmotor. Wer sein E-Fahrzeug beim Arbeitgeber aufladen kann, profitiert außerdem von Einkommenssteuer-Vorteilen. Das Laden am Arbeitsplatz ist für Arbeitnehmer seit 2017 und noch bis Ende 2020 steuerfrei. Zudem muss keine Einkommenssteuer für geldwerte Vorteile aus als Firmenwagen gestellte E-Autos gezahlt werden. Gleiches gilt für Ladeeinrichtungen, die dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder vergünstigt übereignet werden, sowie für Zuschüsse zur Nutzung dieser Ladevorrichtung.

7. Zinsgünstige Kredite der KfW

Gewerbliche Unternehmer und Freiberufler können für die Anschaffung von Elektro- oder Hybridfahrzeugen sowie Ladestationen zinsgünstige Kredite der bundeseigenen Förderbank KfW erhalten. Die Möglichkeit besteht schon seit dem Jahr 2014 im Rahmen des KfW-Umweltprogramms. Die Kredite mit besonders langer Zinsbindung umfassen bis zu 100 Prozent der Investitionskosten und bis zu zehn Millionen Euro pro Vorhaben. Der effektive Jahreszins beträgt ab einem Prozent – wobei dieser Zins mit der Größe des Unternehmens steigt. Zinsgünstige Darlehen werden mitunter auch von Landesseite gewährt, etwa von der NRW Bank. Das Geldinstitut finanziert den Kauf von Elektroautos oder Ladesäulen durch Unternehmen mit bis zu 100 Prozent der Kosten, maximal aber mit fünf Millionen Euro.

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Keywords:
Finanzen | E-Mobilität
Ressorts:
Finance

Kommentare

Was nützen Förderprogramme wenn es nix zu kaufen gibt ?
Die Wirtschaft will oder kann nicht genug liefern ... Lieferzeiten von 12- 18 Monate sind beim Elektroauto fast "normal" ...

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