E-Mobiltät
04.10.2016

Frankreich plant 4.000 Euro Abwrack-Prämie für Diesel-Autos

Foto: twitter/Connie MA
Frankreich will E-Käufer bevorzugt behandeln.

Mit ihrem Bonus-Malus-System will die Regierung in Paris den Absatz emissionsarmer Autos vorantreiben.

 

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Wer in Frankreich sein mindestens zehn Jahre altes Diesel-Auto gegen ein batteriebetriebenes Modell tauscht, könnte künftig von einem Bonus in Höhe von 4.000 Euro profitieren. Das geht aus einem Entwurf des französischen Haushalts-Staatssekretärs Christian Eckert hervor, aus dem der französische Branchendienst Autoactu zitiert.

Damit treibt die Regierung ihren Kampf gegen schmutzige Autos weiter voran. Vorreiter dieser Politik ist die Hauptstadt Paris. Dort will Bürgermeisterin Anne Hidalgo ab 2020 Diesel-Autos sogar komplett verbieten. Schon seit dem 1. Juli sind alte Autos aus der Stadt verbannt. Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor 1977 müssen seitdem vor der Stadtgrenze parken. Das Verbot soll in den kommenden Jahren schrittweise ausgeweitet werden.

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Paris plant Diesel-Verbot

Um die Luftverschmutzung in den Städten in den Griff zu bekommen, setzt die französische Regierung neben Verboten auf ein umfangreiches Förderprogramm für Autos mit Elektro-Motor. Beim Kauf eines reinen Stromers kassieren Autokäufer bis zu 6.300 Euro Zuschuss. Laut Regierungsplänen soll dieser allerdings um 300 Euro auf 6.000 Euro gekürzt werden. Damit will Haushalts-Staatssekretär Christian Eckert das Geld in der Staatskasse zusammenhalten. Endgültig entschieden werden soll über das Programm im Dezember, bereits im Januar 2017 könnte es dann in Kraft treten.

Zusätzlich ist eine Preis-Obergrenze für E-Autos geplant: Nur solche mit einem Listenpreis von maximal 40.000 Euro sollen demnach weiterhin von der Prämie profitieren. Damit folgt Frankreich dem deutschen Vorbild. Hierzulande liegt die Obergrenze für den im Frühjahr 2016 eingeführte Umweltbonus bei 60.000 Euro. Die Bundesregierung will damit eine Subventionierung von Luxus-Fahrzeugen ausschließen.  

 

Kein Bonus für Tesla

Für Tesla-Gründer Elon Musk sind das schlechte Nachrichten. Mit einem Listenpreis rund 70.000 Euro würde der Tesla der Baureihe S nun auch in Frankreich nicht mehr die Kaufprämie einstreichen. Profitieren würde indes der französische Autobauer Renault. Der elektrische Renault Zoe ist schon für 22.100 Euro zu haben. Kritiker monieren, Frankreich bevorzuge damit die landeseigenen Hersteller.

Dem Hype um das E-Auto aus dem Silicon Valley tut das allerdings keinen Abbruch. Trotz hoher Preise erfreut sich Tesla zunehmende Beliebtheit. Im dritten Quartal 2016 lieferte der Autobauer mit 24.500 Fahrzeugen so viele Autos aus wie nie zuvor – und steigerte seinen Absatz gegenüber dem zweiten Quartal um 70 Prozent. Damit sind die Kalifornier auf Rekordkurs. 

Jana Kugoth
Keywords:
Frankreich | E-Auto-Prämie | Diesel | Abwrackprämie | Tesla | Paris
Ressorts:
Governance

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