Die Divestmentbewegung ist erneut gewachsen. 19 französische Städte wollen ihre Gelder aus kohle-, öl-, und gaslastigen Unternehmen abzuziehen. Darunter sind Lille, Bordeaux, Dijon, Saint-Denis, Rannes und die Region rund um Paris, wie die Organisation 350.org am heutigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz am Rande des Pariser Klimagipfels erklärte. 
 
Seit dem Global Climate March in New York im Sommer 2014 ist die Divestment-Summe demnach von damals 15 Millionen US-Dollar auf 3,4 Billionen US-Dollar gewachsen. 
 
Kalifornien gilt in Sachen Klimaschutz als Vorreiter. Deswegen hatte die Organisation 350.org den kalifornischen Senator Kevin de Leon als Kronzeugen geladen. Der hatte erst Anfang September angekündigt, die 476 Milliarden Dollar-Anteile an Kohlekonzernen aus den staatlichen Pensionsfonds bis Juli 2017 abzuziehen (hier lesen). „Wir haben bewiesen, dass eine Entkopplung des Wirtschaftswachstums von Emissionen möglich ist“, sagte de Leon.
 
Zuletzt hatte der Versicherungsriese Allianz im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz mit seiner Ankündigung Aufmerksamkeit erregt, „nicht mehr in Bergbau -und Energieunternehmen investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes beziehungsweise ihrer Energieerzeugung aus Kohle generieren.“ Auch die Commerzbank kündigte an, ihre Kohlposition zu überdenken.
 
Die französische Stadt Lille will ihre Vermögenswerte aus Fossilen abziehen. (foto: 350org)