Auf deutschen Straßen fahren laut Bundesverband CarSharing rund 1.750 Autos von Sharing-Anbietern mit Strom. Doch wer sitzt in den Wagen von car2go und Co.? Dieser Frage ist das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI in einer aktuellen Studie nachgegangen und hat 947 Menschen befragt, die E-Carsharing-Angebote nutzen.  

Das Ergebnis: Der typische E-Auto-Fahrer ist durchschnittlich 39 Jahre alt,  männlich, mit hoher Bildung und Job, aber ohne eigenes Auto. Er lebt zentral in der Stadt und nutzt Bus, Bahn und Fahrrad – oder eben E-Autos von Carsharing-Anbietern.

Fraunhofer ISI hat deshalb zwei wichtige Zielgruppen für E-Mobile identifiziert: Zum einen Menschen unter 40 Jahren, die kein eigenes Auto besitzen, viele Verkehrsmittel nutzen und mit der neuen Sharing-Kultur vertraut sind. Aber auch für etwas ältere Paare und junge Familien sei das Sharing-System mit Stromern als Ersatz oder Ergänzung zum eigenen Pkw interessant, analysiert das Team um Studienleiterin Elisabeth Dütschke. Elektro-Autos ließen sich gut mit Bus und Bahn kombinieren.

Um langfristig Stromer auf die Straße zu bringen, rät Projektleiterin Dütschke gewerblichen Flotten und E-Sharing Projekte stärker zu fördern. „In diesen Bereichen kommen verstärkt jüngere Menschen, die eher keine Neuwagen kaufen, mit dieser Technologie in Kontakt“, sagt sie. „So lernen sie frühzeitig Elektrofahrzeuge kennen und ziehen bei positiven Erfahrungen eher den Kauf eines Elektrofahrzeugs in Erwägung.“

Auch der Bundesverband Carsharing findet: E-Mobilität und Carsharing passen gut zueinander. Allerdings „rechnen sich Stromer für Carsharing-Anbieter kaum“, sagt Pressesprecher Gunnar Nehrke. Der Bundesverband Carsharing fordert deshalb auch für Flottenbetreiber eine Kaufprämie für E-Autos. Längere Standzeiten während des Ladens müssten durch zusätzliche Fahrzeuge kompensiert werden. „Außerdem fehlt nach wie vor ein Konzept für die flächendeckende Aufstellung von Ladesäulen“, ergänzt er.

(foto: Wikipedia)