Eigenerzeugung
04.01.2017

Frischer Wind für Eigenstrom

Fotos: GREG
Die Hybridanlage auf dem Einfamilienhaus in Hemer.

Eine neue Hybridanlage für Solar- und Windstrom könnte eine Lücke bei der Eigenstromerzeugung schließen – und auch dann Grünstrom produzieren, wenn die Sonnenernte ausfällt.

 

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Ist das die Revolution auf dem Hausdach? Mit einer Kombination aus Solar- und Windstromanlage möchte eine Firma aus dem Sauerland die Energiewende für Hausbesitzer voranbringen – und den regionalen Versorger überflüssig machen.

„Wir wollen eine möglichst autarke Energieversorgung für private Hausbesitzer“, erklärt Norbert Jonen, Geschäftsführer der German Renewable Energy Group (GREG) gegenüber bizz energy. Die 2015 gegründete Firma aus Menden hat kürzlich das erste Mischkraftwerk auf dem Dach eines Einfamilienhauses im westfälischen Hemer installiert. Dazu zählen neben einer Vier-Kilowattpeak-Solaranlage auch zwei Windanlagen mit 300 Watt und einem Stromspeicher mit vier Kilowattstunden.

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Mit herkömmlichen Windmühlen hat die Anlage allerdings wenig gemein. Durch die Luft pflügende Rotoren fehlen. Vielmehr erinnert das auf dem Dachgiebel montierte das Windkraftwerk an einen Lüfter (siehe Foto). Die darin versteckten Turbinen erzeugen die Energie durch die über die PV-Module wirbelnden Winde. Das Gefälle auf dem Dach und die glatte Fläche der Module erhöhen die Windgeschwindigkeit – und damit die Windernte.

 

Grünstrom für Kühlschrank und Co.

Durch diese Konstruktion produziert die Strömungsturbine laut GREG bereits bei sehr geringen Brisen elektrischen Strom. Eine Windstärke von 1,2 Metern pro Sekunde sei ausreichend, heißt es seitens des Unternehmens. Zusätzlich komme ein neuer hybrider Wechselrichter zum Einsatz, der die Effizienz steigere.

Das unterscheidet die Turbine von herkömmlichen Mini-Windanlagen. Die brauchen außerdem in vielen Bundesländern eine baurechtliche Genehmigung. Für die mit ihren 35 Zentimetern Durchmessern zur Haustechnik zählenden Anlage aus dem Sauerland entfällt diese. Sie kann sofort auf das Dach montiert werden.

Die produzierte Windstrommenge reicht laut Hersteller aus, um die Grundlast eines Einfamilienhauses zu decken, also auch nachts die Geräte zu versorgen, die nicht abgeschaltet werden – wie den Kühlschrank, die Gefriertruhe oder Heizungssysteme.

Wird mehr Elektrizität produziert als im Haus benötigt, speichert die Batterie diesen für den späteren Verbrauch zwischen. Insgesamt könnten somit bis zu 90 Prozent des Energiebedarfs gedeckt werden. Der Rest könne die sogenannte Sonnen-Community des Speicherherstellers Sonnen gedeckt werden.

Jana Kugoth
Keywords:
Windstrom | Solarstrom | Windströmungsanlage | PV-Anlage | Hybridanlage | Eigenerzeugung
Ressorts:
Technology

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