Sollte die Ukraine als Transitland im Zuge der Krise mit Russland ausfallen, könnten die EU-Länder ihre Gasversorgung über mehrere Monate aufrecht erhalten. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln (EWI).

Hauptgrund sei die seit 2005 bis 2014 um 64 Billionen Kubikmeter gesunkene Liefermenge durch das osteuropäische Land. Auch die jährliche Nachfrage sank 2014 um 80 Kubikmeter im Vergleich zu 2010.

Eine Entwarnung bezüglich der Versorgungssicherheit gebe es allerdings nicht - trotz wachsendem LNG-Markt, volleren Speichern und strengeren EU-Regulationen und der seit 2011 in Betrieb genommen North Stream Pipeline, die russisches Gas direkt durch die Ostsee nach Deutschland transportiert. Insbesondere die kleineren Märkte, darunter Bulgarien, Slowenien und Griechenland, könnten kurzfristig nicht auf den Lieferweg durch die Ukraine verzichten.

Die aktuell niedrige Gasnachfrage bringe zudem „manchen Betreiber von Gasinfrastruktur“ in finanzielle Nöte, und behindere den weiteren Ausbau alternativer Lieferwege für russisches Gas an die EU, sagte Harald Hecking, Mitautor der Studie.

Im Jahr 2013 deckte der russische Staatskonzern Gazprom knapp ein Drittel der EU-weiten Gasnachfrage, 14 Prozentpunkte strömten durch die Ukraine.

(foto: deposit)