Leonid Mikhelson, Vorstandschef des russischen Gazkonzerns Novatek, hat heute in Petersburg eine Absichtserklärung über die Lieferung von jährlich bis zu 4,1 Milliarden Kubikmeter (drei Millionen Tonnen) Flüssiggas unterschrieben. Als Käufer zeichnete Alexei Miller, CEO des staatseigenen Konkurrenten Gazprom. 

Novatek liefert nach den Plänen der beiden russischen Konzerne das LNG über zwanzig Jahre zunächst an einen Umschlagplatz in Westeuropa zu ölpreisgebundenen Konditionen. Von dort aus soll es dann weiter in Richtung des asiatisch-pazifischen Raums, vorwiegend nach Indien, verschifft werden. 

Der Gazprom-Chef kann sich über die jetzt erzielte Abmachung freuen. Der Konzern erhöhe dadurch nicht nur sein LNG-Portfolio, „wir können so auch unser LNG-Handelsvolumen steigern und dabei unsere eigene LNG-Tankerflotte einsetzen“.

Gazprom hat bisher den Boom auf dem LNG-Markt verschlafen. Nur ein Terminal auf der pazifischen Insel Sachalin für jährlich rund 14 Milliarden Kubikmeter Flüssiggas hat die weltweite Nummer eins im Gasgeschäft bisher in Betrieb. Das entspricht einem Marktanteil von 4,5 Prozent. 

Der Kreml möchte daran etwas ändern und hatte deswegen Ende vergangenen Jahres den Flüssgas-Export auch für andere Konzerne außer Gazprom erlaubt. Unternehmen wie Novatek müssen bis dato für den Export über Pipelines das Gas an Gazprom verkaufen, die es dann an die ausländischen Energieeunternehmen weitergeben, erklärte damals ein Novatek-Sprecher auf Nachfrage von BIZZ energy today.

Mit der nun geschlossenen Vereinbarung positioniert sich Gazprom erneut als Zwischenhändler – zumindest für die jetzt vereinbarte Liefermenge von vier Milliarden Kubikmeter. Für Novatek-Chef Mikhelson ist die Vereinbarung mit Gazprom trotzdem ein wichtiger Baustein für die Finanzierung des LNG-Projekts. 

Zusammen mit Frankreichs Total und Chinas CNPC will Novatek auf der russischen Halbinsel Jamal ein LNG-Terminal mit einer Kapazität von 22,5 Milliarden Kubikmetern bauen. Auch die Chinesen haben sich davon bereits 4,1 Milliarden Kubikmeter gesichert. 

 
(Statoil)