Windenergie
12.02.2013

GE überholt Vestas

Foto: Vestas
Vestas Zentrale in Aarhus, Dänemark

Vestas muss nach zwölf Jahren seine Position als größter Windturbinenhersteller der Welt räumen. Laut einer aktuellen Analyse zieht Konkurrent General Electric an den Dänen vorbei. Auch Siemens macht ein Sprung nach vorn.

Seit dem Jahr 2000 hatte Vestas stets die Liste der Windturbinenhersteller angeführt. Kein Konkurrent verkaufte pro Jahr mehr Anlagen als die Dänen. Nun muss sich Vestas mit Platz zwei zufrieden geben. Laut einer Studie des US-Beratungsunternehmens BTM aus der Bloomberg New Energy Finance zitiert, konnte General Electric im letzten Jahr bei den Verkäufen an Vestas vorbeiziehen. Die Analysten führen dies vor allem auf die starke Position von GE auf dem Heimatmarkt in den USA zurück. Dort wurde im letzten Jahr die Rekordmenge von 13 Gigawatt Windenergie neu installiert. Anlass war die Unsicherheit über die Fortsetzung der Windenergieförderung in den USA. In diesem Jahr dürfte das Wachstum auf dem US-Markt geringer ausfallen, obwohl die Förderung verlängert wurde.

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Den größten Sprung in der Hersteller-Rangliste konnte laut der Analyse Siemens machen: Der Konzern verbesserte sich von Platz neun auf Platz drei. Enercon sprang von Rang fünf auf Rang vier. Die Auricher sind nicht auf dem US-Markt aktiv. Ebenfalls in den Top Ten rangieren laut BTM der spanische Hersteller Gamesa, sowie die chinesischen Unternehmen Goldwind, Guodian United Power, Sinovel und Guangdong Mingyang.

Überkapazitäten im Markt

Vestas trifft die Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Hersteller musste Anfang Februrar 2013 erneut Verluste vermelden. Der Aktienkurs rangiert zuletzt bei 5,30 Euro. Zu Hochzeiten im Jahr 2009 war das Papier über 90 Euro wert. Die Dänen leiden unter den Überkapazitäten am Weltmarkt und den dadurch sinkenden Anlagenpreisen. Die Produktionskapazität aller Hersteller liegt pro Jahr bei 80 Gigawatt, installiert wurden weltweit zuletzt aber nur halb zu viel - rund 40 Gigawatt.

Der Turbinenhersteller fährt bereits seit einem Jahr einen harten Sanierungskurs, hat Personal abgebaut und verhandelt seit Monaten mit Mitsubishi über eine Kooperation. Die Analysten der Nord LB beurteilten die Perspektiven des Unternehmens zuletzt mit Skepsis. Vestas stehe vor einem herausfordernden Geschäftsjahr. „Ob die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichend sind, bleibt gerade vor dem Hintergrund der massiven Branchenüberkapazitäten und der auch in 2013 angestrebten nur geringen EBIT-Marge fraglich", heißt es in einem Bericht. 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Vetsas | General Electric | Windenergie | Siemens | Enercon
Ressorts:
Markets

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