Energie
16.10.2013

Gebäudesanierung kostet Billionen

Foto: Energiesparnetzwerk

Die Bundesregierung will den Energieverbrauch in Gebäuden bis 2050 um 80 Prozent reduzieren. Dafür sind immense Investitionen notwendig, allein in Ein- und Mehrfamilienhäusern über zwei Billionen Euro. Woher das Geld kommen soll, ist unklar.

Es ist ein mehr als ambitioniertes Ziel und es scheint nahezu unbezahlbar. Bis zum Jahr 2050 soll der Energiebedarf von Gebäuden um 80 Prozent sinken. Ohne ein drastisches Sanierungsprogramm, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt, ist dies kaum zu schaffen. Denn der Großteil der Gebäude in Deutschland sind Bestands-, und keine Neubauten.

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Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will, führt am Immobiliensektor allerdings kein Weg vorbei: Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entsteht in Gebäuden.

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Eine Analyse der Technischen Universität Darmstadt zeigt, welche Investitionen nötig sind, um alle Wohnhäuser auf den neuesten energetischen Stand zu bringen. Die Zahlen sind gigantisch: Bis zu 2,1 Billionen Euro sind nötig, um Gebäude so auszurüsten, dass der Energiebedarf bis zur Jahrhundertmitte um 80 Prozent sinkt. Nun rächt sich offenbar, dass Umwelt- und Wirtschaftsministerium das 80-Prozent-Ziel einst beschlossen haben, ohne vorher mit den Kollegen aus dem zuständigen Bundesbauministerium zu sprechen.

Wohnkosten steigen

Woher dieses Geld stammen soll, ist unklar. Auf die Mieter umlegen lassen sich die Kosten nicht. Die Untersuchung der TU Darmstadt hat monatliche Wohnkostensteigerungen von 100 Euro und mehr errechnet. Gerade für untere und mittlere Einkommen, dies betrifft rund die Hälfte aller Mieter, übersteigen die Wohnkosten schon heute 40 Prozent des Haushaltseinkommens. 

Verfallsdatum für alte Heizungen

Ohne Anreize werden Vermieter allerdings kaum in die Sanierung investieren. Doch über die Möglichkeit etwa steuerlicher Abschreibungen streiten Bund und Länder schon seit Jahren. Zudem fehlt es an Auflagen für Bestandsgebäude. Bisher müssen Besitzer beim Verkauf lediglich einen Energieausweis erstellen, eine Pflicht zur Sanierung gibt es nicht. Mit der am Mittwoch beschlossenen Novelle der Energieeinsparverordnung gibt es zumindest für alte Hausheizungen ein Verfallsdatum. Ab 2015 müssen Hausbesitzer Geräte, die 30 Jahr alte sind, gegen neue Heizanlagen austauschen. 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Gebäudesanierung | Bundesregierung | Klima
Ressorts:
Governance | Markets

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