Fernwärme
06.05.2016

Geht doch: Preis für Fernwärme sinkt

Fotos: MVV-Pressebild, Mike1034 / Wikimedia Commons / gemeinfrei
Rohre verteilen Fernwärme von einem Kraftwerk in die Haushalte.

Für gebeutelte Fernwärme-Kunden gibt es nach Jahren deftiger Preiserhöhungen gute Nachrichten. Die jüngste Trendwende zu sinkenden Entgelten setzt sich im laufenden Jahr fort.

 

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Im ersten Quartal sanken die Fernwärme-Preise bundesweit um durchschnittlich 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Versorgung von Haushalten und Industrieunternehmen mit Wärme aus Großkraftwerken ist das letzte bedeutende, aber nur schwach beaufsichtigte Monopol in der Energiewirtschaft. Entsprechend deftig erhöhten die meist kommunalen Versorger jahrzehntelang die Preise.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich das aber im Sinne der Verbraucher geändert. In 2014 sanken die Preise leicht um 0,6 Prozent und im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent. Am Freitag kündigte die Mannheimer MVV Energie für Juli eine Preissenkung um 2,6 Prozent für 120.000 versorgte Haushalte an. Grund seien die gesunkenen Beschaffungskosten für Brennstoffe. Damit zeigt sich, dass die sinkenden Ausgaben für Kohle, Gas und Öl nun bei den Fernwärmekunden ankommen - zumindest teilweise. Die Erzeugerpreise der Fernwärme-Produzenten sind seit 2013 laut Statistischem Bundesamt um 3,4 Prozent zurückgegangen.

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Fehlender Wettbewerb und intransparente Verträge

Verbraucherschützer beklagen dennoch zahlreiche Missstände. Für Wohngebäude bestimmen Kommunen in fernwärmeversorgten Gebieten häufig einen Anschlusszwang und Verträge laufen häufig mindestens zehn Jahre. Wechselmöglichkeiten gibt es nicht und selbst am Ende der Vertragslaufzeit können Verbraucher manchmal nicht einfach auf Gas, Öl oder erneuerbare Energien umstellen. Preisänderungen seien für Verbraucher nur schwer nachzuvollziehen.

Im vergangenen Jahr hatte das Bundeskartellamt bei den Stadtwerken Leipzig eine Preissenkung für Fernwärme durchgesetzt. Für Verbraucherschützer ist das viel zu wenig. Da sich kein Haushalt den Preis- und Vertragsänderungen entziehen könne, seien entweder Wettbewerb, eine Preisregulierung oder eine Genehmigung der Endpreise nötig, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes bei einer Aktion im Februar.

Manuel Berkel
Keywords:
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