Mobilität
07.06.2020

Genug Lade-Plätze für E-Autos

Foto: Istock
Der Wunschanblick jedes E-Autonutzers: Freie Ladesäulen mit freien Parkplätzen davor.

Etwa ein Drittel mehr E-Autos, als derzeit in Deutschland unterwegs sind, könnten ihren Bedarf zum Strom"tanken" allein schon mit öffentlichen Ladepunkten decken, ergibt ein aktuelle BDEW-Auswertung.

An öffentlich zugänglichen Ladesäulen können E-Autos gegenwärtig deutschlandweit an knapp 28.000 Ladepunkten Strom zapfen. Das seien über 10.000 oder 60 Prozent mehr Ladestellen mehr als im Mai vergangenen Jahres. Damals hatte deren Zahl bei rund von 17.400 gelegen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Branchenverbandes BDEW hervor.

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Den fast 28.000 öffentliche Ladepunkten stehen den Angaben zufolge derzeit etwa 280.000 Autos mit Elektroantrieb gegenüber. Die Kapazität der Ladepunkte würde laut BDEW aber für 440.000 E-Autos reichen. Zu den öffentlichen kommen dann noch einmal private Ladestationen, deren Zahl aber nicht genau bekannt ist.

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Das Verhältnis von Ladestationen zur Zahl der E-Autos ist damit derzeit deutlich besser, als es von Experten empfohlen wird: Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) rät zu einem Verhältnis von 12,5 Autos pro Ladepunkt, die EU-Kommission zu einer Quote von zehn zu eins.

Im Vergleich der Bundesländer hat Bayern nach den absoluten Zahlen mit 6.353 Ladepunkten weiterhin die Nase vorn, berichtete der BDEW weiter. Auf Platz 2 folgt Baden-Württemberg mit 4.950 Ladepunkten, dann Nordrhein-Westfalen (4.476), Niedersachsen (2.501) sowie Hessen (1.866). Der Zuwachs in diesen Bundesländern liegt im Jahresvergleich etwa im bundesweitern Schnitt.

Bei Großstädten liegt München vor Hamburg und Berlin

Vor allem Großstädte und Ballungsräume warten mit vergleichsweise vielen Ladestationen auf. Im Städtevergleich liegt München dem Brachenverband zufolge weit vorne: Dort gibt es gegenwärtig 1.185 Lademöglichkeiten. Mehr als eintausend Ladepunkte haben auch Hamburg (1.096) sowie Berlin (1.052). "Es ist erfreulich, mit welcher Dynamik die Ladeinfrastruktur ausgebaut wird. Die Energiewirtschaft leistet damit einen zentralen Beitrag, um die Verkehrswende voranzutreiben", erklärte BDEW-Geschäftsführerin Kerstin Andreae.

Ein dichtes Ladenetz gilt als eine zentrale Herausforderung für einen Durchbruch für E-Autos auf dem Massenmarkt. Die große Koalition will - trotz des schon guten Angebots - mit dem Konjunkturpaket den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben. Zusätzlich sollen 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ladenetzes, die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität und die Batteriezellfertigung fließen. Bei den Stromtankstellen soll ein einheitliches Bezahlsystem kommen.

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jst/dpa
Keywords:
E-Mobilität | Ladeinfrastruktur | Konjunktur
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